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Küssaberg Pilze genießen ohne Reue

04.09.2010
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Küssaberg – Mal ist es zu heiß, mal zu nass. Dann wieder zu kalt.

Das Wetter bringt selbst die Pilzwelt durcheinander. Aber inzwischen schöpft Rolf Haberstock, Pilzsachverständiger aus Kadelburg, Hoffnung: „Die Frühjahrs- und Sommerpilzarten sind zwar weitgehend ausgeblieben. Dafür sprießen jetzt die Herbstsorten umso früher und üppiger.“ Weniger im Rheintal, wie der Pilzexperte feststellen muss, dafür im Schwarzwald – und dorthin sollen seine Exkursionen führen.

Am 18. September ist er mit dem BUND unterwegs. Am 19. September bietet er privat eine Exkursion an. Der von Haus aus „300-prozentige Techniker“, wie er sich nennt, hat erst vor wenigen Jahren die Mykologie für sich entdeckt. Betreibt aber auch diese sehr engagiert, legte innert kürzester Zeit die Prüfung zum Pilzsachverständigen ab und ist derzeit auf dem Weg, bei Verdacht auf Pilzvergiftungen auch Ärzten und Krankenhäusern als Sachverständiger zur Seite zu stehen. Noch ein weiterer Mikroskopie-Kurs und eine Prüfung, dann hat Rolf Haberstock auch diese Qualifikation in der Tasche.

Sein Interesse an der Pilzkunde ist auch auf der Schweizer Rheinseite geschätzt: „Seit Beginn dieses Jahres bin ich Präsident des Pilzvereins Bad Zurzach in Kooperation mit dem Vorgänger, der aus Altersgründen ausscheiden will.“ Haberstock ist beeindruckt, welchen Stellenwert die Mykologie in der Schweiz einnimmt. „Hier muss jede Gemeinde einen Pilzkontrolleur nachweisen, der von der Kommune bezahlt wird.

“ Nur einen Tick dieser Wertschätzung der Pilzsachkunde würde sich Haberstock auch auf deutscher Rheinseite wünschen. „Den deutschen Behörden ist das Thema Pilz leider abhanden gekommen. Lediglich in den neuen Bundesländern ist noch eine andere Einstellung dazu anzutreffen.“ Haberstock würde eine größere Aufgeschlossenheit seitens des Landratsamtes Waldshut begrüßen: „Dort sind Förster und Jäger aber wichtiger als das Pilzgewächs im Wald.“

Dabei sprechen seine Exkursionen dafür, dass die Menschen, darunter viele Familien ein wachsendes Interesse an der Pilzkunde entwickeln. Haberstocks Erklärung dafür: „Man hält sich in der Natur auf und kann obendrein eine köstliche Mahlzeit mit nach Hause nehmen.“ Haberstocks Exkursionen sind allerdings von anderem Inhalt. Er geht tags zuvor die Strecke ab, um den Teilnehmern eine möglichst breite Artenvielfalt und die Merkmale zeigen zu können, die einen ungenießbaren oder giftigen von einem essbaren Pilz unterscheiden. „Es gibt außer dem Steinpilz und Pfifferling einige leckere Sorten. Man muss nur aufpassen, dass keine Verwechslungen vorkommen.“

Haberstock kennt den Wald und weiß, dass – ist das Waldbild vergrast – praktisch keine Pilze wachsen. Und er kennt auch die Zusammenhänge der Symbiosen, wo Pilze nur in Verbindung mit bestimmten Pflanzen vorkommen. Der Pilzexperte aus Kadelburg liebt das „weitläufige Thema“ und gesteht: „Als Pilzkontrolleur übernimmt man zwar eine große Verantwortung. Die Aufgabe aber macht mir sehr viel Spaß.“

Holzäcker und Wildzuchtanlagen
„Dort sind Förster und Jäger aber wichtiger als das Pilzgewächs im Wald.
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