„Zur Heimat gehört die Kenntnis der Geschichte“, hatte schon Küssabergs Heimatforscher Emil Müller-Ettikon (1911 bis 1985) festgestellt. Was auch die Meinung von Dirk Kremer aus Kadelburg ist, der feststellt: „Es interessiert mich, wo ich wohne.“ Kremer hat eine Arbeit über die Geschichte von Kadelburg ins Internet gestellt und wird damit der modernen Veröffentlichungsform gerecht.
Wer die Web-Seite der Gemeinde Küssaberg anklickt und dort über den Link Gemeinde auf die Sparte „Geschichte“ kommt, findet neben Arbeiten von Wolf Pabst aus Rheinheim (wir berichteten) jetzt auch eine Arbeit von Dirk Kremer, der über 19 Seiten hinweg die Geschichte des Dorfes Kadelburg mit seiner Entwicklung bis in die Neuzeit aufzeigt. Nicht wissenschaftlich aufgearbeitet, was – wie Kremer betont – nicht sein Ziel gewesen sei. Vielmehr in komprimierter und in einer von Anekdoten durchzogenen Form, wobei Kremer so manches aus den Büchern wie „ Das Dorf Kadelburg“ und „Küssaberg“ von Emil Müller-Ettikon in die Internetarbeit mit einfließen ließ.
Denn Geschichte schreibt sich nicht neu, lässt sich nur ergänzen. Und das tat Dirk Kremer, der bis in die Gegenwart blickt und dabei so aktuelle Themen wie Verkehrsprobleme und Einkaufstourismus nicht ausspart. In die Arbeit, illustriert mit Bildern von Rolf Bendel, flossen auch Erinnerungen der Kadelburger Landfrauen zum Leben von einst in der Rhein- und Kirchstraße ein, die 2011 in einer Broschüre zusammengefasst wurden – und von Kadelburgs ehemaligem Pfarrer Günther Wacker die Geschichte der evangelischen Kirchengemeinde. Die Entwicklung der katholischen Pfarrgemeinde St. Martin ist Dirk Kremer schon deshalb sehr geläufig, weil er 1984 die Festschrift „175 Jahre Katholische Pfarrgemeinde St. Martin“ geschrieben hat. Hinzu kommt, dass er im Rahmen seiner Museumsvereinsarbeit immer wieder mit der Gemeindegeschichte beschäftigt war. Geschichte war zudem eines seiner Fächer in der Zeit als Gymnasiallehrer am Klettgau-Gymnasium.
„Ich bin Historiker. Geschichte hat mich schon immer interessiert“, so Kremer, der sich wünscht, dass sich auch für andere Küssaberger Ortsteile wie Dangstetten Autoren finden, um nach Kadelburg, Rheinheim, einzelnen Themen von Bechtersbohl und Reckingen (Wolf Pabst) eines Tages zu einer umfassenden Internetdarstellung der Küssaberger Geschichte zu kommen.
