KüssabergBürger in Sorge um Gesundheit [0]
Elektrosmog ist das große Thema in Kadelburg und damit die Angst vor gesundheitlichen Schäden. 150 Unterschriften liegen vor – ausschließlich von Bewohnern entlang der Hochspannungsleitungen, die derzeit vom Kraftwerk Reckingen und der EnBW von 50 auf 110 kV aufgerüstet werden. Politiker sind eingeschaltet. Hilfe wird vom Regierungspräsidium erhofft.
Küssaberg – Immer mehr Menschen schließen sich zusammen. Denn massiv betroffen von den Umrüstungen sind gleich drei Wohnbereiche im Ortsteil Kadelburg: Halden, Deckwiesen und Steinäcker. Zwischen dem so genannten kleinen und großen Hochhaus im Baugebiet „Freudenspiel/Deckwiesen“ schwingen die Leitungen sogar in der Häuserflucht. „Wir können mit diesem Wissen der Aufrüstung gar nicht mehr beruhigt in unseren Häusern wohnen“, stellen die Anwohner besorgt fest. Hella Zielinski spricht von „sehr viel Bestürzung, Verunsicherung und Angst“. Zusammen mit Diplomingenieur Karl Reyser macht sie sich für ein Einlenken von EnBW und Kraftwerk stark, denn: „Die gesundheitlichen Auswirkungen sind nicht von der Hand zu weisen.“ Auf Baubiologen wird verwiesen, die von der Faustregel sprächen: Bei 110 kV habe der Gebäudeabstand zu den Masten bei mindestens 110 Metern zu liegen. Als Minimallösung regen die Bürger von Kadelburg an, den Masten am Nordhang um mindestens 10 bis 15 Meter zu erhöhen und auf den Masten beim kleinen Hochhaus zu verzichten. Der Mast bei der Schreinerei Bergmann sollte ebenfalls um mindestens 15 Meter hoch gesetzt und auf die beiden folgenden Masten verzichtet werden. Das Ziel wäre eine Erhöhung der Leitungen über Grund um das Doppelte, um der durch die Spannungserhöhung verdoppelten elektrischen Feldstärke Rechnung zu tragen. Erst am Ortsausgang über nicht bebautem Gebiet könnten, so die Meinung der Anwohner, die vorhandenen Masthöhen belassen werden. „Das würde sicher mehr Akzeptanz bei den Bewohnern bringen, da dadurch die Belastung durch die elektrische und magnetische Feldstärke deutlich reduziert würde. Die bis jetzt vorgesehenen und zum Teil bereits durchgeführten Masterhöhungen von zwei beziehungsweise vier Metern reduzieren die Belastung nur sehr minimal“, ist Karl Reyser überzeugt. Und im Freudenspiel werde der Mast ja überhaupt nicht erhöht. Die Maßnahme koste die EnBW zweifellos Geld. „Die Alternative, die Masten nördlich um das Dorf herum zu führen, käme aber sicher teurer. Außerdem: Bei einer Durchleitung von rund 126.000 MWh pro Jahr und einem mittleren Preis von 40 Euro/MWh erbringt diese Leitung rund fünf Millionen Euro im Jahr – ohne Abzug der Aufwandskosten“, errechnete der Diplomingenieur aus den Fakten, die über das Kraftwerk Reckingen bekannt sind. Jedenfalls steht laut Hella Zielinski für einige Bewohner entlang der Trasse heute schon fest: „Bleibt die Situation wie sie ist, ziehen die Menschen weg.“
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