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Küssaberg Ära geht beim Brückenchor zu Ende

Jörg Cahenzli wird künftig die Geschicke des Vereins leiten. Er löst Rudi Spahr nach 30 Jahren an der Spitze ab. Viel Respekt für Sänger.

Man lasse sich einmal auf das Gedankenspiel ein, ein Finanzminister würde nach Feierabend ratlose Steuerzahler betreuen, dazu kulturelle Veranstaltungen organisieren und sängerische Ambitionen verfolgen: nicht ganz so exponiert, doch so aufwendig und kontrastreich muss man sich den Alltag von Rudi Spahr vorstellen, der seine letzte Hauptversammlung als Vorsitzender des Brückenchores eröffnete. Nach seiner Berentung bei der Volksbank wurde er vollends zum Inbegriff des Chor-Enthusiasten. Bereits beim Männergesangverein waren ihm alle nur erdenklichen Sonderaufgaben zugewachsen: Vizedirigent, Solotenor, mit Ehefrau Helga Organisator des Rheinheimer Blumenfestes, letztinstanzliche Autorität in finanztechnischen und vereinsrechtlichen Fragen – auch beim Chorverband Hochrhein. Bürgermeister Weber erwies dem "wandelnden Gedächtnis Rheinheims" die Referenz für 30 Jahre als Vorsitzenden durch Überreichung der Ehrenamtsplakette und zählte weitere Aktivitäten Spahrs bei der Nachbarschaftshilfe, bei Pro Sen, im Naturschutz- und sozialen Bereich auf. Eigentlich nicht zu erwarten, dass für einen Mann seiner Kragenweite Ersatz zu finden wäre.

Und doch: Jörg Cahenzli, der seinerseits in mannigfachen kommunalen Funktionen auftrat und dem "der Verein schon zur zweiten Heimat geworden ist", wird künftig mit der wiedergewählten stellvertretenden Vorsitzenden Irmgard Pfeifer die Geschicke des Chores leiten. Marianne Riederer als Schriftführerin und Marita Mülhaupt als Kassiererin ließen sich neu in die Pflicht nehmen, Notenwartin Maria Haas, Protokollführer Wolfgang Limper und Kurt Fischer als Beisitzer wurden bestätigt. Bürgermeister Weber zollte den Sängern hohen Respekt für das "Küssaberg singt"-Projekt :"der Brückenchor ist in Rekordzeit zu einer festen Größe in Küssaberg geworden".

Musikalischer Brückenpfeiler ist die Dirigentin Heike Sandhöfner, die ihr Credo "über den Vokal zum Klang" geduldig erklärt, freundlich auf ausgiebiger Stimmarbeit insistiert und die Sänger aus der Reserve lockt. Gemeinschaft entsteht auch durch den hörbaren Erfolg. Ferner, und das ist die zweite Säule, durch rastloses Engagement vor Ort. Seit Jahrzehnten fungiert Kurt Fischer als Wassermeister im "Bädle". Dort wird man sich auf Anregung von Hans und Marlies Eckert -zwei weiteren Multi-Aktivisten- in den Sommerferien an den Kuchennachmittagen beteiligen. "Die Begegnung der Generationen könnte sich auch für unseren Chor bezahlt machen" wirbt Hans Eckert. Für Küssaberg ist dieser Chor bereits Aushängeschild und – hoffentlich langfristiger Gewinn.

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