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Hochrhein Wir listen Fälle von Schweizer Rasern auf

Eine Welle der Empörung schwappt durch die Region. Nachdem ein Motorradfahrer aus der Schweiz auf der B314 mit über 200 km/h von der Polizei angehalten wurde und sich anschließend gegenüber den deutschen Beamten frech äußerte, platzt vielen Bürgern der Kragen. In einer Text-Klick-Strecke zeigen wir Raser-Vorfälle mit CH-Kennzeichen in der Region.

Die Reaktionen im Internet sind heftig: Nachdem ein Schweizer Raser mit seinem Motorrad auf der  B314 zwischen  Eggingen und Stühlingen die 200 km/h-Schallmauer durchbrach, und sich danach gegenüber der Polizei uneinsichtig zeigte ("In der Schweiz müsste ich dafür ins Gefängnis, deswegen fahre ich dort nicht") melden sich viele User empört zu Wort.

"Motorrad wegnehmen wie es in der Schweiz auch gemacht wird", fordert etwa Erika J. auf der Facebook-Seite der SÜDKURIER-Redaktion Waldshut-Tiengen. Manche gehen in einer ersten Reaktion auf den aktuellen Vorfall noch einen Schritt weiter: "Führerschein weg und Einreiseverbot", schreibt Thor S. Die Bürger sind vor allem außer sich, da der CH-Biker ausdrücklich mit Vorsatz über die Grenze fuhr, um die Tempo-Grenze dann mit Füßen zu treten.
Fälle mit Schweizer Rasern in der Region

Doch was macht die Polizei konkret, um die gefährliche Raserei zu beenden? "Wir sind mit Hochdruck dabei, diese schwarzen Schafe zu stoppen", versichert Paul Wißler, Pressesprecher der Polizei. Auf Grund der Vielzahl von schweren Unfällen mit Motorrad-Fahrern werden seit längerer Zeit gezielt Kontrollen mit Video-Kameras durchgeführt. "Hauptursache der Unfälle ist meistens überhöhte Geschwindigkeit", weiß Wißler. Auch die Anzahl der Todesfälle steigt landesweit. Im Landkreis Waldshut sind 2014 bisher bereits drei Motorradfahrer ums Leben gekommen.

Die Behörden haben kaum wirksame Mittel in der Hand

Die Anzahl Schweizer Motorradfahrer sei im Grenzgebiet erfahrungsgemäß immer sehr hoch. Die geringen Bußen im "Dütsche" spielen dabei durchaus eine Rolle. "In der Schweiz würden die Fahrer bei derartigen Vergehen um ihre Existenz gebracht", bringt es der Polizeisprecher auf den Punkt. 

Ob die aktuelle Gesetzeslage die PS-Piloten stoppen kann, ist aber fraglich. Auch beim aktuellen Fall mit Verstößen mit über 200 km/h muss der Fahrer nicht den Verlust seines Führerscheines befürchten. Dies wäre nur bei konkreten Verkehrsgefährdungen der Fall. Ein Fahrverbot wäre zwar möglich, ist aber jeweils nur auf das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland beschränkt.

Die aktuell einzige Handhabe der Polizei dürfte zudem kaum einen Schweizer nachhaltig abschrecken: Die Bußgeldstelle kann bei Verstößen, die nachweislich mit Vorsatz begangen wurden, lediglich das Bußgeld verdoppeln.

Was meinen Sie? Ist das Verhalten der Schweizer Nachbarn an dieser Stelle noch hinnehmbar? Schreiben Sie uns Ihre Meinung entweder direkt unter diesen Artikel als Kommentar, oder diskutieren Sie mit uns auf Facebook. Auch unsere aktuelle Umfrage beschäftigt sich mit dem Thema Raserei auf unseren Straßen:   
   

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