Der Reaktordruckbehälter des Atomkraftwerks Leibstadt steht im Verdacht, Risse zu haben. Das hat die belgische Atomaufsicht AFCN nach Feststellung von Fertigungsfehlern am dortigen Atomkraftwerk Doel Anfang August der Schweizer Atomaufsicht Ensi gemeldet. Auf der belgischen Verdachtsliste steht auch der Druckbehälter des Schweizer AKW Mühleberg, bei dem seit 1991 solche Risse bekannt sind.
Beide Schweizer AKW sind sei Anfang August wegen Revisionsarbeiten abgeschaltet. Laut Meldung des Ensi werde den eingegangenen belgischen Meldungen nachgegangen.
Der Druckbehälter des belgischen Kernkraftwerks Doel weist offenbar Fertigungsfehler auf. Diese waren bei der Überprüfung mit Ultraschall festgestellt worden. Die bisherigen Resultate deuten darauf hin, dass der Druckbehälter umfangreiche Materialfehler haben könnte. Die Analysen sind noch nicht abgeschlossen.
Da der Reaktordruckbehälter des AKW Mühleberg vom selben niederländischen Hersteller stammt, hat das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat Ensi vom Kraftwerksbetreiber Informationen angefordert. Auch von Leibstadt will das Ensi Informationen über die Herstellung des Druckbehälters. Laut bisherigem Kenntnisstand stammt dieser Reaktordruckbehälter aber aus japanischer Produktion. Über das weitere Vorgehen will das Ensi nach Vorliegen dieser Informationen noch während des Revisonsstillstands entscheiden. Die anderen Reaktoren in der Schweiz sind gemäß ersten Erkenntnissen nicht betroffen.
Die Risse im Kernmantel des Atomkraftwerks Mühleberg sind seit 1990 bekannt. 1996 wurden sie mit vier Zuganker stabilisiert, die laut Gutachten des TÜV Nord von 2006 aber untauglich sind. Das AKW Leibstadt „impft“ seit 2008 seinen Reaktor und dessen Einbauten gegen Korrosionsrisse mit stündlich rund zwei Kilogramm Wasserstoff und jährlich 730 Gramm Platin.

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