Waldshut-Tiengen Mord an Stühlinger Waffenhändler: Angeklagter legt Geständnis ab

Der 48-Jährige, der sich derzeit wegen des Mordes an dem Stühlinger Waffenhändler vor dem Landgericht behaupten muss, hat ein Geständnis abgelegt. Offen ist derzeit, ob der Angeklagte wegen Mordes oder Totschlags verurteilt wird. Das Urteil wird am 28. oder 29. März erwartet.

Der Angeklagte gestand am elften Verhandlungstag im Mordprozess die Verantwortung für den Tod eines Waffenhändlers im Februar 2016 in Stühlingen. Es tue ihm "unendlich leid", erklärte der 48-Jährige, der bisher bestritten hatte, den 88 Jahre alten Geschäftsmann getötet zu haben. Das Urteil ist am 28. oder 29. März zu erwarten.

Eine Verlängerung der Hauptverhandlung bleibt dem Schwurgericht erspart, nachdem die Verteidigung den Beweisantrag zurückzog, der eine weitere Begutachtung der Todeskugeln und einer Patronenhülse bedingt hätte. Im Gespräch mit dem Angeklagten über die Beweislage habe dieser erklärt, er werde die Verantwortung für die Tötung des Waffenhändlers und die Brandstiftung danach übernehmen, erklärte Rechtsanwalt Thilo Bohr. Bei diesem Gespräch habe er gespürt, "dass mein Mandant unter einem Wahnsinns-Druck steht.

Er leidet unter dieser großen Schuld und empfindet Scham gegenüber dem Gericht, seinen Eltern, der Lebensgefährtin und den Geschwistern", so der Verteidiger. In gewisser Weise sei der Angeklagte nach dem Eingeständnis ihm gegenüber erleichtert gewesen. Der 48-Jährige bestätigte die Erklärung seines Anwalts. "Es tut mir unendlich leid", sagte er, gab zur Tat aber keine weitere Erklärung ab.

Offen scheint, ob der Angeklagte für die Tötung, für die es keinen Augenzeugen gibt, wegen Mordes oder Totschlags verurteilt wird. Für Mord droht lebenslängliche Haft, mindestens 15 Jahre, für Totschlag fünf Jahre Haft bis Lebenslänglich. Kammervorsitzender Martin Hauser hält es nicht für sicher, dass die später beim Waffenhändler vermissten Gewehre am Tattag noch da waren. Damit könnte das angenommene Motiv, die Aneignung der Langwaffen, als Mordmerkmal entfallen. Am Dienstag, 28. März, 9 Uhr sollen Staatsanwalt und Verteidiger plädieren. Noch am selben Tag oder am nächsten dürften die drei Berufsrichter und zwei Schöffen ihr Urteil verkünden.

Am Verhandlungstag zuvor hatte der Vorsitzende auf Wunsch des Verteidigers den Beteiligten eine Zwischenbeweiswürdigung mitgeteilt. Laut Richter Hauser entwickelte sich daraus eine "Gerüchteküche" zum Verfahren. Tatsächlich sei das Gericht nie "ratlos" gewesen wegen des äußeren Tatgeschehens. Adressaten einer solchen Erklärung im Prozess seien die Beteiligten – Angeklagter, Verteidiger und Staatsanwalt – nicht die Öffentlichkeit.

Als erwiesen sah die Kammer nach der seit Januar laufenden Beweisaufnahme, dass sich das Handy des Angeklagten am Abend des 15. Februar 2016 in unmittelbarer Nähe des Tatorts befand; und dass die neben der Leiche gefundene Patronenhülse aus einer Waffe kam, die damals im Besitz des Angeklagten war. Dass ein anderer zum Tatzeitpunkt im Besitz von Handy und Waffe gewesen sein könnte, sei so abwegig, dass sich die Strafkammer nicht weiter damit beschäftigt habe.

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