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13.09.2012  |  von Daniel Schieferdecker  |  0 Kommentare

Leute Max Mutzke: „Ich bin ein wahnsinniger Patriot“

Leute -  Der Schwarzwälder Max Mutzke wurde als Castingshow-Gewinner bekannt. Im Interview spricht er über sein neues Album – und über sein Leben.
Max Mutzke - "Durch Einander"

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Max, mit „Durch Einander“ haben Sie ein Jazz-Album aufgenommen – ein Genre, über das Sie mal gesagt haben, dass Sie es beinahe ein bisschen verraten hätten. Wie war das gemeint?

 

Ich bin mit Jazz, Blues und Soul aufgewachsen, mein Vater ist ein absoluter Musik-Liebhaber. Ich bin schon früh auf Konzerten gewesen und habe bereits in jungen Jahren meine erste Band gehabt – damals noch als Schlagzeuger. Bekannt geworden bin ich allerdings mit Soul-Pop, daher habe ich den Jazz lange ignoriert. Jazz ist eben keine kommerzielle Musik, und mit dem Erwartungsdruck einer Plattenfirma ist ein Jazz-Album nur schwer zu realisieren. Jazz ist ein Unwort in der deutschen Musikindustrie. Deshalb habe ich mir für dieses Album gesagt: Ich mache es einfach selbst.

 

Ihre Mutter ist Schauspielerin, Ihr Vater ist Gynäkologe. Welche Eigenschaften haben sie Ihnen mitgegeben?

 

Mein Vater ist ein ganz ruhiger, sehr entspannter und einfühlsamer Mann, den kaum etwas aus der Ruhe bringt. Das habe ich definitiv von ihm. Außerdem sieht er wahnsinnig gut aus. (lacht) Meine Mutter ist hingegen sehr quirlig und kann nur schlecht allein sein. Das habe ich wiederum von ihr.

 

Sie brauchen nach einer Tour oder Promo-Tagen also nicht erstmal ein bisschen Zeit für sich?

 

Nein, im Gegenteil: Auf dem Weg nach Hause schreibe ich bereits eine SMS an alle meine Freunde und sage ihnen, sie sollen vorbeikommen.

 

Stefan Raab gilt als Ihr musikalischer Ziehvater, er hat einen großen Teil Ihrer Songs produziert. An der neuen Platte hat er aber nicht mitgewirkt.

 

Aufgrund seiner zeitlichen Engpässe, meiner musikalischen Weiterentwicklung und natürlich auch der Tatsache, dass ich im Laufe der Zeit viele andere Musikschaffende kennen gelernt habe, ist das aktuelle Album nun schon das dritte ohne Zusammenarbeit mit Stefan. Nach wie vor ist er aber ein wichtiger Ansprechpartner für mich, es kommen immer Input und Ideen von seiner Seite. Er unterstützt mich, und wir verstehen uns weiterhin sehr gut. Unser Verhältnis ist super. Mit der neuen Platte werde ich sicherlich auch wieder Gast in seiner Sendung sein.

 

Zu Beginn Ihrer Karriere wurden Sie mit einer „unaufgeregten Einfachheit“ beschrieben. Trifft das denn zu?

 

Ich kann schon verstehen, dass ich medial so gesehen wurde. Zum einen war mein erster bekannter Song„Can’t Wait Until Tonight“ eine sehr ruhige Nummer, und zum anderen besitze ich eine Form von Grundentspanntheit, die man sicherlich auch als „unaufgeregte Einfachheit“ deuten kann. Aber alle Leute, die mich kennen, haben sich totgelacht, als sie das gehört haben. In der Schule bin ich immer schon der Klassenclown gewesen und bis zur Oberstufe jede Woche mindestens einmal aus dem Unterricht geflogen. Selbst die Lehrer mussten über meine Witze lachen, bevor sie mich vor die Tür gesetzt haben. Ich habe halt immer schon ein großes Mundwerk gehabt, war den Lehrern gegenüber aber nie respektlos.

 

Aus Ihrem Heimatort Tiengen im Schwarzwald sind Sie nie weggezogen. Warum eigentlich nicht?

 

Es gab keinen Grund dazu. Ich bin in einer halben Stunde am Flughafen Zürich und von dort innerhalb einer Stunde in jeder Stadt Deutschlands. Ich genieße es, in Tiengen meinen Rückzugsort zu haben. Ich kann dort Ski fahren, klettern oder Gleitschirm fliegen. Der Rhein hat bei uns Trinkwasserqualität und fließt durch unberührte Natur und Weizenfelder. Außerdem sind meine Eltern, meine Schwiegereltern und viele meiner Freunde noch dort – selbst die, die zum Studieren weggezogen sind, kamen alle wieder zurück.

 

Haben Ihre drei Kinder auch etwas damit zu tun?

 

Das spielt auch eine Rolle, klar. Ich bin ein wahnsinniger Patriot, was meine Heimat angeht, und es ist mir wichtig, dass sich meine Kinder ebenfalls damit identifizieren können. Wenn wir in einer Großstadt wohnen würden und es stets Gemurre bei Heimatbesuchen gäbe, wären mir meine eigenen Kinder unsympathisch. (lacht)

 

Aber Sie haben keine totale Abneigung gegen Städte wie Hamburg oder Berlin?

 

Nein, ich mag beide Städte sehr. Aber nur, wenn ich weiß, dass ich in spätestens 72 Stunden auch wieder verschwinden kann.

 



Sie haben sich einmal selbst als Übervater bezeichnet. Was macht Sie denn konkret dazu?

 

Ich bin einfach ein totaler Kindernarr und wusste schon mit elf Jahren, dass ich einmal ganz viele Kinder haben möchte – gerne sechs. Und die Hälfte habe ich bereits geschafft. (lacht) Ich bin ein sehr körperlicher Mensch, gerade was meine Kinder angeht. Ich bin permanent mit ihnen am Schmusen, werfe sie in die Luft und unternehme ganz viel mit ihnen. Meine Arbeitszeit bringt eben auch mit, dass ich wirklich für meine Kinder da sein kann, wenn ich zu Hause bin.

 

Kommt es denn vor, dass Ihre Kinder Musik toll finden, bei der Sie die Hände überm Kopf zusammenschlagen?

 

Nein. Aber ich bin gespannt, wann es so weit ist. Ich habe mir jedoch vorgenommen, mich da nicht einzumischen.

 

Und wenn ihnen Ihre nächste Platte nicht gefällt?

 

Dann ist das ihr gutes Recht! Aber ich bin zuversichtlich, dass das nicht passieren wird.

 





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