Kreis Waldshut Kreistag: Landkreis beherbergt derzeit 1800 Flüchtlinge

950 Asylbewerber leben aktuell in den 16 Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises. Etwa gleich viele leben in Wohnungen der Gemeinden. Diese Zahlen wurden im Sozialausschuss des Kreistages präsentiert. In der Zukunft sollen den Gemeinden Integrationsmanager zur Seite gestellt werden, die den Flüchtlingen helfen sollen, möglichst schnell auf eigenen Füßen zu stehen.

950 Asylbewerber leben derzeit noch in Gemeinschaftsunterkünften im Kreisgebiet, monatlich kommen etwa 25 hinzu (Stichtag 14. Juli). Insgesamt halten sich aber rund 1800 Flüchtlinge im Kreisgebiet auf – ungefähr die Hälfte wechselte inzwischen von Gemeinschaftsräumen in Wohnungen, die von den Gemeinden bereitgestellt werden. Ihnen sollen bald „Integrationsmanager“ beistehen.

Trotz geringer Zuweisungen gehen die Zahlen nicht stärker zurück, auch weil abgelehnte Bewerber geduldet werden, weil die Abschiebung mangels Aufnahmebereitschaft des Heimatlandes nicht umgesetzt werden kann. Vor den Kreisräten des Sozialausschusses erläuterten Landrat Martin Kistler, Sozialdezernentin Sabine Schimkat und Axel Albicker vom Sozialamt die aktuellen Zahlen der Asylbewerberunterbringung im Landkreis. Fast die Hälfte der Menschen verfügt über eine Aufenthaltserlaubnis und soll schnellstmöglich von den Gemeinden in einer Anschlussunterbringung (Wohnung) übernommen werden. Die Zahl der Berechtigten steigt ständig wegen laufender Anerkennungen. In Wohnungen untergebracht wurden 183 Menschen im Jahr 2015, 418 in 2016 und dieses Jahr bis Juni 268 Flüchtlinge.

Kreisrat Paul Erhard (CDU) regte an, dass der Landkreis geräumte Gemeinschaftsunterkünfte den Kommunen zur Umnutzung als Wohnraum anbieten könnte. In den Gemeinschaftsräumen soll die Wohnfläche pro Asylbewerber zum Jahreswechsel von 4,5 auf sieben Quadratmeter angehoben werden, sodass auch das Fassungsvermögen der vorhandenen Unterkünfte wieder schrumpft.

In den 16 Gemeinschaftsunterkünften sind noch sechs Heimleiter und zehn Hausmeister beschäftigt. Beim Sozialdienst Asyl der Kreisbehörde kommen derzeit 140 Betreute auf eine Kraft. Das angestrebte Verhältnis 1:110 soll im Spätherbst erreicht werden.

Für die weitere Zukunft der Flüchtlinge in Obhut der Gemeinden will das Land 1000 „Integrationsmanager“ finanzieren. Sie sollen den Flüchtlingen helfen, möglichst schnell auf eigenen Füßen zu stehen. Die „Manager“ mit entsprechender Erfahrung und Vorbildung im Sozialbereich werden derzeit gesucht. Wie viele von den 1000 an den Hochrhein kommen werden, ist offen, es könnten vier oder auch zwölf sein, schätzt der Landrat. Die Gemeinden können das Management selbst übernehmen, einen freien Träger oder den Landkreis beauftragen. Martin Kistler tendiert zu einer „Lösung aus einem Guss“.

Unterkünfte im Kreis

  • Asylbewerber: 1055 Asylbewerber waren im Juni auf Gemeinschaftsunterkünfte im Landkreis verteilt, die Platz für 1722 Menschen bieten.
  • Unterkünfte: Bad Säckingen Langefuhren (191) und Gettnauer Boden (128); Bonndorf (28), Dogern (36), Jestetten (50), Lauchringen (29), Laufenburg (22), Lottstetten (21), Rickenbach (44), Tiengen Badstraße (46) und Container (217); Todtmoos (15), Ühlingen-Birkendorf (22), Wehr Egertenstraße (71) und Wehratalstraße (69); in Ausweichunterkünften 34 Bewohner.
  • Aufgelöste Unterkünfte: Beide Unterkünfte in St. Blasien wurden aufgelöst, die Gemeinschaftsunterkunft in Waldshut, Schmitzinger Straße, wird bis August geräumt.

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