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Hochrhein Kinderpornografie: Achtung bei Sexting bei unter 16-Jährigen

Durch Handys sind Pornos viel leichter zugänglich. Auch illegale Inhalte geraten so schneller auf den Bildschirm. Brisant: Wenn ein beispielsweise 15-jähriges Mädchen explizite Bilder von sich macht, kann sie wegen Kinderpornografie belangt werden.

Im vergangenen Jahr stiegen die Straftaten im Bereich der Pornografie um 68 Prozent und damit markant an. "Smartphones haben bei Pornografie sicher einen Einfluss", sagt Chantal Billaud, stellvertretende Geschäftsleiterin der Schweizerischen Kriminalprävention. Leute können "dank" ihres Smartphones einfacher und überall Pornografie anschauen.

Auch die Lehrer in Deutschland warnen

"Es wird so wahrscheinlicher, dass auch etwas Illegales auf den Bildschirm kommt." Doch nicht nur das Anschauen von illegalen Inhalten ist strafbar, auch das Weiterverbreiten dieser Inhalte ist in der Schweiz verboten - etwas, was gerade unter Jugendlichen beliebt ist.

Die Pornofalle lauert aber nicht nur bei professionell hergestellten Inhalten aus dem Internet. Jugendliche laufen generell stärker als Erwachsene Gefahr, sich mit erotischem Bildmaterial strafbar zu machen. Denn: ein sexy Foto wird von einem Richter oder einer Richterin eher als pornografisch eingestuft, wenn die abgebildete Person noch nicht 16 ist.

Sexvideos auf Schulhöfen am Hochrhein

Und fotografiert sich ein 15-jähriges Mädchen selbst in sexualisierter Pose oder gar bei sexuellen Handlungen und schickt das Bild an ihren gleichaltrigen Freund (das bezeichnet man als "Sexting"), macht es sich damit möglicherweise doppelt strafbar: Es stellt illegales kinderpornografisches Material her und verbreitet zudem illegale Pornografie.

Breite Definition von "Pornografie"

"Die Definition von Pornografie mit Kindern ist viel breiter gefasst als Pornografie mit Erwachsenen", sagt Chantal Billaud. "Ziel des Strafrechtsartikels Kinderpornografie ist es, Kinder davor zu schützen, durch Pädokriminelle missbraucht zu werden und die Darstellungen des Missbrauchs noch zu verbreiten", sagt Billaud. Beim Sexting handle es sich in der Regel um freiwillig hergestellte Bilder oder Filme. "Bei Sexting liegen die Gefahren eher bei der Verbreitung durch Racheakte oder Mobbing. Nichtsdestotrotz können eindeutig sexualisierte Darstellungen von Jugendlichen unter 16 Jahren unter Herstellung von verbotener Kinderpornografie fallen."

Auch wenn das Verbot von Kinderpornografie an sich nicht für Phänomene wie Sexting gedacht war, müssen die Behörden bei Kenntnis aktiv werden, denn Herstellung und Verbreitung von illegaler Pornografie ist ein Offizialdelikt, und es muss von Amtes wegen verfolgt werden. Kommt es zum Urteil bei Jugendlichen, kann die Strafe aus einem Verweis oder einer Buße bestehen, allenfalls wird ein Kursbesuch angeordnet. Das Jugendgericht kann sogar von einer Strafe absehen, wenn der oder die Jugendliche durch die Vorfälle schon genug bestraft wurde, beispielsweise bei Mobbingfällen mit erotischem Bildmaterial.

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