Im Vergleich zur großen Zahl von Laiendarstellern ist die Zahl von Amateuren, die Stücke schreiben und die Musik und Liedtexte für ihr Stück auch noch selber komponieren und verfassen, gering. Adelheid Kummle (53) ist eine von diesen Wenigen. „Marie Curie“ (2007), „Paula, Rilke und Rodin“ (2008) und „Colette und Suzanne“ (2009) brachte sie erfolgreich auf die Bühne des Tiengener ALI Theaters. Wir haben mit der in Waldshut lebenden Juristin über ihr künstlerisches Engagement gesprochen.
Im Vergleich zur großen Zahl von Laiendarstellern ist die Zahl von Amateuren, die Stücke schreiben und die Musik und Liedtexte für ihr Stück auch noch selber komponieren und verfassen, gering. Adelheid Kummle (53) ist eine von diesen Wenigen. „Marie Curie“ (2007), „Paula, Rilke und Rodin“ (2008) und „Colette und Suzanne“ (2009) brachte sie erfolgreich auf die Bühne des Tiengener ALI Theaters. Wir haben mit der in Waldshut lebenden Juristin über ihr künstlerisches Engagement gesprochen.
Frau Kummle, was motivierte Sie, die drei Stücke zu schreiben?
Es war ein Lebenstraum von mir, zu schreiben. Bereits vor 20 Jahren, als meine Tochter acht war und sie ein Kinderbuch über „Marie Curie“ las, habe ich gedacht, das wäre ein Stoff für die Bühne. All die Jahre über spielte ich immer wieder mit dem Gedanken und fragte mich, wie es klappen könnte, auch finanziell gesehen. Mein Mann gab schließlich den Anstoß. Er meinte, ich solle es doch einfach machen, für solche Träume sei Geld zweitrangig. Ich habe mir daraufhin eine kreative Pause von meiner Berufstätigkeit gegönnt und angefangen.
Starke Frauen stehen im Mittelpunkt ihrer Stücke, warum?
Ich hatte schon immer ein Faible für historische Figuren und habe viele Biografien gelesen. Besonders Frauen, die erfolgreich gegen Hindernisse ankämpfen, finde ich sehr spannend.
Wie sind Sie vorgegangen?
Ich habe erst mal alles gelesen, was über „meine Heldinnen“ zu finden war und mir anhand ihrer Leben einzelne Szenen ausgedacht. Die in den Szenen vorherrschenden Emotionen haben mich dann zu den Liedern inspiriert. Sehr hilfreich war es auch für mich, in Christian Seidel einen Pianisten gefunden zu haben, der die Lieder hervorragend auf dem Klavier begleiten konnte.
Ihr Team auf der Bühne waren ausschließlich Laien?
Nein, die Hauptrollen spielten und sangen immer Profis, aber alles andere waren Laien. Es war ein ganz tolles Team, jeder hat sich voll eingelassen, einmal wollte sich einer sogar den Bart färben lassen, um seiner Rolle näher zu kommen.
Was ist für Sie das Schönste am Schreiben und Komponieren?
Beides ist eine kreative Tätigkeit, schöpferisch tätig zu sein ist erfüllend. Die Schreibphasen waren sehr intensiv, ich habe darüber die Zeit vergessen, das war für mich sehr befriedigend. Es würde heute etwas in meinem Leben fehlen, wenn ich es nicht gemacht hätte.
Sie blicken immer noch gerne zurück?
Ja, ich denke immer noch unheimlich gern daran, obwohl es auch ganz furchtbare Situationen gab, einmal zum Beispiel, hat das Licht nicht funktioniert, als der Vorhang aufging. Die Nervenanspannung war jedes Mal groß, ich habe bei jeder Vorstellung Kilos abgenommen.
Wird es ein weiteres Stück geben?
Gut möglich, aber dann müsste es etwas komplett Neues sein. Die drei Stücke waren ähnlich, eine Trilogie, die mit dem Liederabend im April dieses Jahres abgeschlossen wurde. Ich habe den Kopf voller Ideen, mal sehen, was daraus wird.
Sie sind im Moment nicht künstlerisch tätig?
Doch, ich habe in letzter Zeit viele Lieder aus meiner persönlichen Situation heraus geschrieben. Zum Beispiel über das Altwerden, die Falten und grauen Haare kommen, aber auf der anderen Seite fühle ich mich wohl und selbstbewusst wie noch nie zuvor.
Fragen: Ursula Freudig