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Kreis Lörrach Olympia-Pläne und Weltcup-Zirkus

Buch über die Geschichte des Skiclubs Todtnau und die Entwicklung des Wintersports. Edda Mutter grüßt aus Alaska

Mit einem interessanten, reich bebilderten Buch unter dem Titel „Wiege des organisierten Skilaufs“, das zum Jubiläum herausgebracht wurde, erinnert der Skiclub Todtnau an seine 125-jährige Geschichte. In den Beiträgen wird der Skisport im Wandel der Zeit von den ersten Schneeschuhen bis zum Ausbau der Pisten mit den heutigen Liftanlagen beschrieben. Erinnert wird an glorreiche Zeiten, als die großen Stars des Skisports in Todtnau von der guten Organisation begeistert waren. Vom Yukon in Alaska, wo sie heute lebt, grüßt die erfolgreiche Todtnauer Skiläuferin Edda Mutter.

Gestaltet wurde die Dokumentation von Reinhard Janus und Stefan Asal. Am Rande vermerkte Jahreszahlen und Daten erleichtern die Orientierung auf einer Zeitreise durch den Wintersport. Nach einem Grußwort des Skiclub-Vorsitzenden Daniel Herrmann erinnert Bürgermeister Andreas Wießner an den „Schneeschuhlauf-Boom“, den die Todtnauer vor 125 Jahren ausgelöst hatten und schwärmt vom enormen Werbeeffekt durch den in Todtnau gastierenden „Weltcup-Zirkus“ und sonstige hochkarätige Rennveranstaltungen. Er weist darauf hin, dass Todtnau heute die meisten Skilifte aller Mittelgebirge hat und durch Liftkarten in einer guten Saison ein Umsatz von rund 3,5 Millionen Euro erzielt wird. Franz Steimle, Präsident des Deutschen Skiverbands, nennt den SC Todtnau „einen der aktivsten Clubs“ im DSV. Er erinnert daran, dass 1916 die ersten Olympischen Winterspiele am Feldberg geplant waren, was durch den Krieg scheiterte.

Erwin Lauterwasser, Ehrenpräsident des Skiclubs Todtnau, berichtet über den Bau der Fahler Lifte, nachdem 1968 die Deutschen Alpinen Skimeisterschaften am Hasenhorn den Blick der Skiwelt nach Todtnau richteten. Die Skizunft Feldberg hatte das Fahler Loch nach dem Krieg erworben. Todtnaus Bürgermeister Franz Dietsche führte im Landtag die Entscheidung herbei, dass im Naturschutzgebiet Feldberg die Fahler Flächen durch den Bau von Liften genutzt werden dürfen. Todtnau legte Wert auf den Sitz einer mit der Skizunft Feldberg zu gründenden Liftgesellschaft. Todtnauer Bürger konnten Anteile zeichnen, es kamen 200 000 Mark zusammen und Lauterwasser wurde Geschäftsführer.

1981 festigte der Skiclub mit den Deutschen Alpinen Meisterschaften den guten Ruf als Organisator. Beim FIS-Weltcup im Riesenslalom 1983 war auch der Sieger Ingemar Stenmark voll des Lobes. Weitere Weltcup-Rennen folgten 1987 und im Jahr 2000. Mit der Gründung des Vereins Notschreiloipe 1975 begann auch der der Ausbau des Langlauf-Angebots. Stefan Wirbser, Bürgermeister von Feldberg, erinnert daran, dass es die im Jahr 1938 gegründete Gemeinde Feldberg ohne den Wintertourismus nicht gäbe, dass bis zu 500 000 schneebegeisterte Menschen pro Saison dem „weißen Rausch“ frönen und der Wintertourismus etwa 80 Millionen Euro Wertschöpfung bringe. Edda Mutter, in Fahl aufgewachsen, richtet sich an die Leser des Buches ganz persönlich. 1989 gewann sie die Junioren-Weltmeisterschaft in der Kombination und nahm 1994 noch an den Olympischen Winterspielen in Lillehammer teil. Nach einem Biologiestudium entschloss sie sich, in Alaska zu leben, kam nach Fairbanks und promovierte in Naturwissenschaften. Am Yukon, in den Dörfern der Einheimischen, berät sie die Menschen, „was sie zum Schutz ihres Lebensraumes unternehmen können“.

Das Buch ist erhältlich für 15 Euro bei Blumen Eckert, Sport Lehr, im Uhrengeschäft Ebner, an der Avia-Tankstelle und im Rathaus.

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