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Kreis Lörrach Die Räder stehen still

10.02.2012
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Energiedienst nimmt Wiese-Kraftwerk vom Netz/Polizei warnt vor Betreten des Eises

Zuerst sorgte ein äußerst regenarmer Herbst dafür, dass das neue Wasserkraftwerk in Hausen nicht auf Touren kam. Dann bildete sich beim jetzigen Dauerfrost Eis auf dem Fluss Wiese – mit der Folge, dass die Kraftwerkbetreiber am Montag den Ausschalter drückten, damit die Technik keinen Schaden nimmt.

Dort, wo das Flussbett der Wiese breiter wird, bilden sich seit dem Wochenende geschlossene Eisdecken. Und selbst an den engeren Stellen, wo das Wasser wieder schneller fließt, eist es vom Rand her zu, um Felsen herum verklumpt es und türmt sich auf. Für den Betreiber der Kleinkraftwerke an der Wiese, Energiedienst Rheinfelden, Grund genug, seine Kleinkraftwerke abzuschalten. „Sobald sich Eisschollen bilden, nehmen wir die Kraftwerke vom Netz“, sagt Michael Pahlke, der bei Energiedienst als Leiter der Kleinkraftwerke arbeitet.

Auch beim nagelneuen Wasserkraftwerk in Hausen, das seine zwei großvolumigen, offenen Wasserschnecken in den Fluss taucht, kann Eis den schweren Stahl in Schwingungen versetzen, erklärt Michael Pahlke. Das könnte zu Schäden führen. „Wir wollen die Maschinen keinem Stress aussetzen“, sagt er.

Das einzige Wasserkraftwerk, das trotz der Eiseskälte weiterläuft, ist jenes im Mambach. Jeden Morgen befreien Mitarbeiter des Stromversorgers die Technik von Eis. Es ist das leistungsstärkste Wasserkraftwerk zwischen Todtnau und Lörrach und produziert durchschnittlich etwas über 6 Millionen Kilowattstunden im Jahr (Hausen nur knapp zwei Millionen kWh). Der Einsatz lohnt sich hier für den Betreiber also.

Erst wenn die Temperaturen steigen und der Fluss eisfrei ist, dürfen sich die Anlagen in Hausen, Fahrnau, Gündenhausen, Steinen und Maulburg wieder in Bewegung setzen. Das könnte schon kommende Woche sein, hofft Michael Pahlke. Kunden müssten sich unabhängig davon keine Sorgen machen: Das Riesenkraftwerk in Rheinfelden (600 Millionen kWh) läuft problemfrei weiter, und Stromzukäufe sind auch möglich.

In einer deutlich komfortableren Situation befinden sich derzeit die Kraftwerkkollegen im Kleinen Wiesental: Die teilweise fast 100 Jahre alten Turbinen an der Köhlgartenwiese bei Tegernau verrichten ruhig und zuverlässig ihren Dienst, als würde sie der strenge Winter nichts angehen. Wie das geht? „Wir entnehmen das Wasser mit einem Druckrohr dem Stausee“, erklärt Kraftwerksleiter Walter Würger. Das Rohr setzt unten an der Staumauer an; weil bekanntlich ein See von oben nach unten zufriert, bleibt das Eis vom Druckrohr und den empfindlichen Turbinen fern. Walter Würger kann sich nicht daran erinnern, dass das Kraftwerk Köhlgartenwiese jemals wegen Eisgefahr abgeschaltet werden musste. Die Stromproduktion läuft seit Beginn des gegenwärtigen Eiswinters dennoch mit leichten Einbußen, da die Zuflüsse in die Köhlgartenwiese schwächer als sonst ausfallen, denn die Bäche und Quellen frieren unterwegs zu. Sobald es taut, füllt sich der Wasserspeicher des Stausees freilich wieder, erklärt Kraftwerkchef Walter Würger.

Die Polizei warnte gestern davor, seine Füße auf gefrorene Flüsse zu setzen. Am Dienstag mussten sie nach Hausen ausrücken, weil dort zwei Jungen beobachtet wurden, wie sie auf dem Eis oberhalb des Kraftwerkstauwehrs liefen. „Die Gefahr eines Einbruchs ist dort sehr groß, da die Eisfläche noch nicht stabil genug ist“, meldete die Polizei in einer Mitteilung. Sie appelliert an Eltern, ihre Kinder vor einem Betreten des Eises dringend zu warnen; im Falle eines Einbruchs beim Kraftwerk bestehe die zusätzliche große Gefahr, dass man durch eine Sogwirkung unter Wasser gezogen wird.

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