Wer zuerst die Idee hatte, ist nicht mehr zu ergründen, aber blitzschnell saßen elf Schülerinnen und Schüler auf einem Sitzplatz in der ersten Klasse. Natürlich gab es genau in diesem Zug eine Kontrolle der Fahrkarten und die Schüler wurden auf die groß an der Wand sichtbare Mitteilung hingewiesen, dass die unberechtigte Benutzung mit einem Ticket der zweiten Klasse mit einem Zuschlag von 80 Franken bestraft wird. So musste jeder der Schüler den Zuschlag bezahlen. Die Eltern waren darüber natürlich nicht erfreut, betonen aber, dass rein rechtlich das Vorgehen der Kontrolleure korrekt gewesen sei.
Empörung gab es dagegen über den Vorschlag der beiden Kontrolleure an die Schüler, sie sollten doch einfach eine Stunde früher fahren und vor der Schule warten oder eine Stunde später und halt die erste Schulstunde schwänzen. Die Eltern fragen nun vor allem, warum es nicht möglich sei, das Platzangebot in den fraglichen Schülerzügen zu erhöhen. Der Leiter Unternehmenskommunikation der Thurbo, Gallus Heuberger, gab zu der ganzen Sache folgende Stellungnahme ab: „Die Thurbo-Regionalbahn ist wie auch die Schweizerischen Bundesbahnen auf Grund von massiven Beschwerden von Fahrgästen der ersten Klasse gehalten, auf die Einhaltung der Vorschriften strikter zu achten. Die Kontrolle und die Verhängung einer Busse im geschilderten Fall sind korrekt erfolgt. Nicht akzeptabel sind jedoch die Bemerkungen in Bezug auf andere Fahrzeiten der Schüler. Wir werden unser Personal entsprechend anweisen. Das Platzangebot kann leider nicht wie gewünscht erhöht werden, denn einerseits sind die längeren GTW 2/8 Züge mit 162 Sitzplätzen in Deutschland durch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) nicht zugelassen, obwohl absolut baugleich mit den kleineren GTW2/6 Zügen, andererseits bezahlen der Kanton Schaffhausen und das Land Baden-Württemberg als Besteller nur ein festes Platzangebot mit maximal zwei mal 106 Plätzen. Die längeren GTW2/8 Züge haben nur für die direkte Zufahrt in den Bahnhof Waldshut eine Ausnahmegenehmigung für Deutschland erhalten. Wir bitten vor allem die Schüler darum, die verfügbaren Sitzplätze nicht mit Rucksäcken zu belegen, wie wir das sehr häufig feststellen. Allein dadurch wären schon mehr Sitzplätze verfügbar. Wie der Verkehr mit Singen nach dem Ausbau auf Doppelspur und der Verlängerung der bisher in Rafz endenden S5 Linie des ZVV nach Schaffhausen abgewickelt wird, ist uns derzeit nicht bekannt.“
Bleibt noch anzumerken, dass die Schüler insofern noch Glück gehabt haben, dass der Vorfall im November geschah. Seit dem 14. Dezember 2009 verlangen die SBB und damit auch Thurbo zusätzlich zu den 80 Franken Zuschlag noch den Differenzbetrag des Fahrpreises zur 1. Klasse.