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Jestetten Kleine Forscher suchen Spuren

29.05.2009
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Eigentlich waren die Frösche daran schuld. Der Weiher in der Au ist ein hervorragender Froschbiotop. Und wenn sich die Frösche im Frühjahr zu Hunderten hier einfinden, um ihre Laich abzulegen, ist dies für die Kinder des Waldkindergartens überaus spannend. Noch spannender war für die Kinder in diesem Jahr allerdings das seltsame, überwucherte Oval hinter dem Weiher. „Das sieht ja aus, wie ein Osterei“, meinte eines der Kinder und bald war der Waldkindergarten dabei, eine fast vergessene Episode der Jestetter Geschichte, freizulegen.

Bei dem seltsam überwucherten Gebilde handelt es sich um das Jestetter Velodrom aus dem Jahre 1922. Für den Beobachter war es kaum vorstellbar, dass sich unter dem dichten Bewuchs, dem verfilzten Boden und Schlamm eine komplette Betonbahn mit Steilkurven befinden sollte, auf der zahlreiche hochkarätige Radrennen stattgefunden haben. Und so wurde das Archäologiefieber bei den Kindern und auch den Lehrkräften geweckt.

Immerhin war Ludwig Merlo, ein Großonkel der Kindergartenleiterin Rita Metzger einer der frühen Stars der deutschen Radrennszene. Mit dem Fabrikanten Karl Altenburger gab es in Jestetten sogar einen zweiten Radrennfahrer von internationalem Rang. Doch wie kam Jestetten zu dieser, 200 Meter langen und fünf Meter breiten, mit zwei Steilkurven ausgebauten Radrennbahn? Der Jestetter Löwenwirt Fritz Winkler und sein Sohn Walter, selbst Radrennfahrer, waren von der Idee eines Velodroms so begeistert, dass sie nach den Plänen eines Freiburger Architekten im Jahr 1922 die Jestetter Radrennbahn finanzierten.

Im Sommer 1922 wurde mit einem Eröffnungsrennen die neue Sportstätte eingeweiht. Der Jestetter Musikverein spielte im Innern des Ovals, während die Sportler ihre Runden drehten. Zu diesem Großereignis kamen 1 200 Zuschauer. An der Auhalde war eine Tribüne mit 400 Sitzplätzen errichtet worden. Bis zum Jahr 1928 war das Jestetter Velodrom die erste Adresse für Bahnradrennen in der gesamten Region. Doch mit der Errichtung einer überdachten Radrennbahn in Oerlikon, war das Schicksal der Jestetter Bahn besiegelt. Finanziell konnten die hiesigen Veranstalter nicht mehr mit den Eidgenossen Schritt halten.

Und so ging die Anzahl der Rennen immer mehr zurück. Das letzte Radrennen in Jestetten fand im Jahr 1933 statt. Anschließend fiel die Radrennbahn in einen Dornröschenschlaf aus dem sie jetzt wieder erweckt wurde.

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