Mein

Jestetten Klares Nein zu Schweizer Atomendlager

12.11.2010
Schlagwörter


Jestetten – Ganz klar gegen ein Tiefenlager, wie es die Nagra propagiert, sprachen sich die Referenten bei der Infoveranstaltung der Bürgerinitiative Hochrhein Aktiv aus. Die Bürgerinitiative hatte Bürgermeisterin Ira Sattler, die Schaffhauser Kantonsrätin Martina Munz und Sabine von Stockar von der Schweizerischen Energiestiftung (SES) eingeladen, um weitere Hintergründe der geplanten Endlagerung zu diskutieren.Schnell wurde den zahlreich erschienenen Besuchern in der Gemeindehalle klar, dass die unüberschaubaren Zeiträume, das größte Problem darstellen.

Rund 1 Million Jahre, das entspricht etwa 30 000 Generationen, ist das radioaktive Material hochgiftig. „Der Atommüll wird vergraben und vergessen“, so Sabine von Stockar. Sie kritisierte die geplante Strategie der Nagra, die vorsieht, das Endlager in einigen Jahrzehnten lediglich zu verschließen. Eine langfristige Markierung sei weder vorgesehen, noch möglich. Die Gefahren von Eiszeiten oder Erdbeben würden von den zuständigen Stellen komplett ignoriert. Von Stockar plädierte für eine Lösung auf Zeit, die eine Rückholbarkeit des Materials gewährleistet.

Die Schaffhauser Kantonsrätin Martina Munz, Vorstandsmitglied bei KLAR Schaffhausen drang auf die Zusammenarbeit aller Kräfte, die sich gegen den eingeschlagenen Kurs einsetzen. Sie kritisierte die scheindemokratischen Zustände in der Schweiz. Hier würde der von der Atomlobby dominierte Bundesrat in Bern den Regionen die Verantwortung entreißen. Als Beispiel nannte sie das Atomgesetz von 2005, das regionale Abstimmungen verhindert und lediglich bundesweite Voten zulässt. Der Nagra warf die SP-Politikerin vor, ein verlängerter Arm der Atomindustrie zu sein, ein Faktum das sich schwer leugnen lässt, wenn man sieht, dass diese die Hauptgeldgeber der Nagra sind. Martina Munz verwies auf das Schaffhauser Atommülllagergesetz, das alle Behörden zum Widerstand gegen die Atomenergie verpflichtet. „Ich wünsche mir, dass solche Bilder wie aus Gorleben auch hier am Hochrhein zu sehen sind“, meinte sie abschließend.

Ira Sattler rief zu deutlichen Protesten auf. „Sicherheit und Zeitdruck schließen sich aus“, befand die Bürgermeisterin und kritisierte den, von den Schweizer Behörden vorgegebenen engen Zeitplan. Ira Sattler war sichtlich sauer darüber, dass von deutscher Seite keine Mitsprache möglich sei und dies, obwohl Jestetten direkt an zwei mögliche Endlager (Benken und Südranden) angrenzt. Am Ende des Vortrages standen drei Forderungen: Es wird eine Lösung auf Zeit angestrebt, es muss nach einer Antwort auf alle technische Fragen gesucht werden und schließlich müsse die Forschung unabhängig von Industrie und Politik sein.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln