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Der bekannte Freiburger Sprachforscher Konrad Kunze nimmt in Ibach humorvoll den heimischen Dialekt ins Visier

Ibach (lie) Es war ein informativer, unterhaltsamer, ja sogar lustiger Abend im Zeichen der alemannischen Mundart, zu dem der Freiburger Germanistikprofessor Konrad Kunze ins Gasthaus Kranz nach Oberibach eingeladen hatte. Auf die Frage, was Alemannisch sei, erhielten die Zuhörer anhand von kurzweiligen Beispielen in Wort und Bild sieben mit Humor gewürzte Antworten. Dabei erfuhren sie, dass um 260 nach Christus „alle Mannen“ aus den Elbregionen und über den römischen Limes in die südlichen Gefilde gelangten. Doch den Schwarzwald als raue Wildnis sparten sie zunächst einmal aus. „Alle Mannen“ breiteten sich in Baden, Schwaben, im Elsass, in der Schweiz, im österreichischen Vorarlberg und im italienischen Tirol aus.

Kunze verblüffte die Zuhörer mit der Aussage, dass das Alemannische einer der am besten erforschten Dialekte der Welt sei. Fündig in Sachen Originalton Alemannisch werden Sprachforscher heutzutage am ehesten bei älteren Krankenhauspatienten, berichtete Kunze. Mit den wissenschaftlich motivierten Besuchen sei, so Kunze, beiden Seiten geholfen: Die einen bekommen Besuch, die anderen sprachwissenschaftliche Erkenntnisse. Trotz aller Liebeserklärungen ans Alemannische: Wer mindestens zwei Sprachen spricht, nämlich Alemannisch und Hochdeutsch, habe mehr vom Leben, gab Kunze zu bedenken. Denn das Alemannische, auch das geschriebene Alemannische, habe sich in der Vergangenheit nicht selten als Kreuz im Umgang mit Nicht-Alemannisch-Sprechern erwiesen.

In Neustadt geboren, in Donaueschingen aufgewachsen, bringt Kunze als Spezialist fürs Alemannische von Haus aus beste Voraussetzungen mit. SWR4-Hörer kennen ihn als Experten für die Deutung von Familiennamen.

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