Hohentengen – Freeride und Slopestyle – was für die einen ein großes Fragezeichen, ist für Philipp Weigel (16) die sportliche Welt. Seit vier Jahren fasziniert ihn das Biken, speziell Tricks auf und mit dem Fahrrad und spektakuläre Geländeabfahrten.
Jetzt wurde er unter 400 Mitbewerbern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in das 29-köpfige Team eines namhaften Bikeherstellers aufgenommen und rückt damit seinem Wunschtraum, einmal einem professionellen Biketeam anzugehören, ein Stückchen näher.
Sport hat den sechzehnjährigen blonden Realschüler schon immer interessiert. Mit zwölf Jahren hat er das Mountainbiken für sich entdeckt, durch seinen Vater, selber Biker.
Erste Erfahrungen sammelte er im Jugendcamp in Bischofsmais. Hier bekam er die Grundlagen vermittelt. Seitdem ist er jedes Jahr in Camps dabei, um unter Anleitung von Profitrainern Technik, das richtige Verhalten im Gelände und Tricks zu trainieren.
Philipp hat sich besonders für „Freeriding“, das heißt technisch anspruchsvolles Fahren durch unwegsames Gelände, steile Bergpassagen, Bewältigung von Sprüngen und Hindernissen, und „Slopestyle“ begeistert. Beim Slopestyle werden auf einem Hindernisparcours zusätzlich noch Tricks eingebaut. Was sind das für Tricks? „Nach einem Absprung wird zum Beispiel das Rad in der Luft durch einen Kick horizontal um sich selber gedreht, wobei der Fahrer nur den Lenker hält und sich anschließend wieder draufsetzt“, erklärt Philipp.
Für die beiden Disziplinen gibt es jeweils speziell geeignete Räder. Wie und wo werden denn die Tricks gelernt und trainiert? „Immer wieder probieren. Mit der Zeit lernt man es, es dauert allerdings ziemlich lange. Man muss die Angst im Kopf überwinden, das ist ganz wichtig.“
Eine geeignete Trainingsanlage, die über ein spezielles Schaumstoffbecken für eine sichere Landung verfügt, gibt es in der Umgebung nicht, da muss man sich selber etwas einfallen lassen und je nach Trick schon mal den Rhein für eine weiche Landung nutzen. Wie überhaupt viel Eigeninitiative und Kreativität gefordert ist, um sich Trainingsmöglichkeiten zu verschaffen.
Was fasziniert an diesem Sport? Philipp lacht: „Es macht einfach Spaß! Das Risiko fährt immer mit und man kann seine Grenzen austesten. Man ist an nichts gebunden, ganz auf sich gestellt.“ Als jüngstes Mitglied im neuen Friends-Racing-Team von Craft-Rocky-Mountain, die ihm Fahrrad und Ausrüstung sponserten, wird er in diesem Jahr verstärkt an den einschlägigen Events und Races teilnehmen. Nach dem Bike-Festival in Riva del Garda geht es Mitte Juni nach Willingen im Sauerland.
„An den Events nimmt man teil, um bekannt zu werden, nach Sponsoren zu gucken. Mit dem Biken einmal mein Geld verdienen zu können, das ist mein Ziel.“ Und er ist froh, dass ihn seine Eltern dabei unterstützen. Eins allerdings ist ihm auch klar, an erster Stelle steht (vorerst noch) die Schule...