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Hohentengen a. H. Hochkarätiger Hörgenuss beim Festival der Stille

Rund um malerische Weinberge fand das hochkarätige Festival der Stille im schweizerischen Kaiserstuhl und in Hohentengen statt. Mehr als Jazz gab es mit dem Kaleidoscope String Quartet im Weingut Engelhof in Hohentengen zu hören.

Ganz einfach, mit zwei Tönen im Quartabstand, begannen die vier jungen Männer den Konzertabend. Simon Heggendorn (Violine, Komposition), Ronny Spiegel (Violine), David Schnee (Viola und Komposition) sowie Solme Hong (Cello) gewannen 2012 den ZKB-Jazzpreis der Zürcher Kantonalbank. Der Mix aus Wohlfühlharmonien und abschreckenden Dissonanzen ihrer Eigenkompositionen erzeugte Emotionen beim Zuhörer. Oder Klangbilder, wie bei Zuhörer Fritz Ebi aus Waldshut: "Das ist die Speerspitze der Avantgarde, ein ganz anderer Klang. Wenn man die Bilder zulässt!" Die Musiker spielten mit den verschiedenen Genres, vom Jazz über Pop bis hin zu Rock. Sie loteten die Grenzen ihrer Instrumente aus, von höchsten Fisteltönen auf der Violine bis hin zu den herben und heiseren tiefen Tönen der Viola. Neben Kratzen und Schreien zu klassischen Passagen spielten sie auch mit ungeraden Taktarten im "Silly Dance". Oder bei "Shadows" zwei eigenständige Melodien auf der ersten Violine und dem Cello, während die zweite Violine und die Viola den Klangteppich in Triolen gaben. Nach dem komplexen Tongebilde spielten sie aus dem Nichts heraus eine lange Prim mit steigend übertriebenem Aufstrich, die sich zur kleinen Sekunde, zum Akkord und dann zur Wohlfühlmelodie entwickelte, bis die Viola ausbrach und zur Erheiterung des Publikums eine atonale Gegenmelodie spielte.

Zum Höhepunkt des Abends wurde "Triptychon" mit dem ausdrucksvollen Cello-Solo zu den Vibrati der zweiten Violine und der Viola sowie der zur Cajon verwandelten ersten Violine. Nach der Übernahme der Melodie von der ersten Violine gab es eine Steigerung der Intensität durch eine gemeinsame einprägsame Melodie, die das Publikum fast hätte nachsingen können. Die Miniatur-Zugabe "no bow", ohne Bogen, machte nach zwei Stunden Hörgenuss absolut Lust auf mehr. Das Ehepaar Andrea und Georg Netzhammer lädt bereits seit einigen Jahren im Rahmen des Festivals der Stille zum Konzert auf das Weingut Engelhof nach Hohentengen ein. "Wir sind das einzige Angebot auf deutscher Seite und sind seit vier oder fünf Jahren dabei, zuvor als Zuhörer", erläuterte Georg Netzhammer. Auch bei der grenzüberschreitenden Kulturnacht im Mai 2017 bieten sie einen Standort für kulturellen Austausch. Im Weingut Engelhof stellt zeitgleich auch die Künstlerin Dorothea Engelhardt aus, die für das Festival der Stille drei Motive für die Plakate gemalt hat. Ihre Werke sind auch an den Tagen der offenen Kellertür und des Hohentengener Weinfestes am 10. und 11. September zu sehen.
 

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