Höchenschwand Lebendige Bildwelten
Bilder, die Einblick in Details geben: Lucia Hornstein (Agentur KulturZeit), Sonja Porten, Wilhelm Buchbender (Leitender Arzt der Klinik), Luise Ramsauer, Frank Porten (v.l.). Bild: Pic
Die Laudatio hielt der Geschäftsführer der Klinik, Frank Porten.
Es sei erst das zweite Mal seit Beginn der Ausstellungstätigkeit im Herbst 2008, dass in der Klinik eine Künstlerin gezeigt werde, die nicht aus der Region komme, so Porten. Nach dem Studium der Germanistik und Kunsterziehung habe die aus Passau stammende Luise Ramsauer im Jahre 1983 ein Zweitstudium an der Kunstakademie in München begonnen. Hier sei sie Meisterschülerin von Hans Baschnang geworden. Herausragend für die Karriere als Künstlerin seien der Bayerische Staatsförderpreis für bildende Kunst, ein Stipendium des Freistaates für einen Arbeitsaufenthalt in New York sowie später ein weiteres der Bayerischen Landesbank gewesen, so Porten weiter. Er sei nicht nur deshalb besonders stolz darauf, dass es gelungen sei, eine namhafte Künstlerin ins Haus zu holen, sondern vor allem auch darauf, dass hier Bilder mit einer starken Außenwirkung gezeigt werden.
Wahrheit und Vorstellungskraft – diese beiden Pole verbinde ein schmaler Grat, den Luise Ramsauer mit lebendigen Bildwelten ausgestalte. Aus dem Naturvorbild löse sie Motive heraus und übersetzt sie ins Abstrakte. Auf dem Weg in die Abstraktion zeigt sie das innere Wesen von Insekten, Vögeln, Blüten- und Pflanzenformationen. Mit der gestischen Kraft des Pinsels befreie sie sie von ihrem natürlichen Umfeld und setze sie in eine neue Umgebung. Die so entstandenen Gemälde geben ein Bild von Lebensformen, die den meisten Menschen verborgen bleiben.
Mit dem Blick nach innen gerichtet, in die Welt der Mikroorganismen und Kleinstlebewesen, bewege sich Luise Ramsauer in ihrer Malerei sensibel zwischen dem Bezug zur Natur und ihrer eigenen imaginären Bildwelt. Die Formen scheinen zu variieren, zu tanzen. Sie vermehren, teilen und verändern sich beim Betrachten und lösen im Auge eine feine Beweglichkeit aus, ja sie schenken ein inneres Verständnis von den Dingen der Welt. Mit Blick auf die kleinen Dinge, die unabdingbar sind für das große Ganze, rückt die Malerin mittels Verdichtung und ästhetischer Kreativität ein Stück Welt in den Fokus.
„Luise Ramsauers Bilder mit dem Blick ins Kleinste erwecken beim Betrachten das Gefühl, die Welt sei unermesslich groß. Dieses Gefühl sei nicht nur für die Patienten der Klinik sehr heilsam, sondern für uns alle, die wir uns manchmal verletzt oder begrenzt fühlen“, so abschließend Frank Porten.
