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Herrischried Ein Luchs erregt Aufsehen

10.02.2012
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Großkatze vermehrt auf dem Berg Abhau gesichtet. Beweis für Habitat hätte erhebliche Konsequenzen

– Ein Luchs beschäftigt das Landratsamt in Waldshut: Mehrmals wurde die Großkatze in den vergangenen Monaten um den Berg Abhau herum gesichtet – von Passanten, aber auch von renommierten Experten. Sollte nachgewiesen werden, dass sich das Tier wirklich in der Nähe des geplanten Pumpspeicherwerkes Atdorf niedergelassen hat, hätte das wohl erhebliche Konsequenzen.

„Wir haben bereits im vergangenen Jahr derartige Berichte gehört“, sagt Caren-Denise Sigg vom Amt für Umweltschutz, das in das Landratsamt integriert ist. In einer Sitzung der „Ökologischen Begleitgruppe Atdorf“ im November 2011 hätte sich Andreas Ness vom Heidelberger Institut für Umweltstudien entsprechend geäußert. „Ness sprach von zwei Sichtungen im Untersuchungsgebiet, beide von einer vertrauenswürdigen Quelle gemacht“, erinnert sich Sigg. Man habe das ins Protokoll aufgenommen, warte nun auf Beweise.

Aber: „Dass jetzt erneut Passanten den Luchs gesehen haben, klingt für mich nicht unwahrscheinlich.“ Die Großkatze stehe unter besonderem Artenschutz – man dürfe nicht Jagd auf sie machen oder ihren Lebensraum zerstören. „Wenn sie diesen nahe des geplanten Pumpspeicherwerkes gewählt hat, müssen wir also mit erheblichen Konsequenzen rechnen“, so Caren-Denise Sigg. Dann nämlich müsste das Tier vor Baubeginn gefunden und umgesiedelt werden. Doch wo kommt der Luchs so plötzlich her?

„Ich schätze, die Großkatze kommt aus dem Elsass oder aus dem Jura. Hinweise auf eine eigenständige Population im Hotzenwald sehe ich nicht“, meint Hans-Jürgen Bannasch vom BUND Hochrhein. Zwar seien die Bedingungen am Berg Abhau für das Tier günstig, dass es sich hier fortpflanze, sei aber mehr als spekulativ. „Es kann sein“, so Bannasch, „dass die Jäger in der Gegend schon länger von dem Luchs wissen – aber nichts gesagt haben, um ihn vor Schaulustigen zu schützen.“ Den Augenzeugen, die ihn dennoch zu Gesicht bekommen hätten, könne man aber trauen. „Einen Luchs mit einer Wildkatze oder einem Fuchs zu verwechseln“, meint Hans-Jürgen Bannasch, „ist fast unmöglich. Die Großkatzen sehen sehr speziell aus.“

Charakteristisch für den Eurasischen Luchs, der in einigen Regionen Deutschlands schon wieder eine hohe Populationsdichte erreicht hat, sind vor allem die nach oben stehenden Haare an den Ohren und die Färbung des Rückenfells. Die Großkatzen werden bis zu 120 Zentimeter lang und erreichen eine Schulterhöhe von bis zu 70 Zentimetern.

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