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Herrischried Bernhard Kühnel sorgt für Zündstoff

Herrischried – Gemeinderat Bernhard Kühnel (CDU) sorgte in der jüngsten Sitzung völlig überraschend für einen Eklat. Man hätte eine Stecknadel zu Boden fallen hören, so mucksmäuschenstill war es im Sitzungssaal der Rotmooshalle, als Kühnel seine „Gedanken zur Sommerpause“ vortrug.Dabei sparte er nicht mit Kritik an der Entscheidungsfindung des Gremiums und äußerte deutlich seinen Unmut in Bezug auf die Amtsführung von Bürgermeister Christof Berger.

Ihm warf er vor allem vor, Entscheidungen im Sinne der Schluchseewerk AG übereilt herbeigeführt zu haben. Zudem prangerte er „sehr langsame, beziehungsweise nicht zustande gekommene Entscheidungen“ an. Konkret geht es Kühnel unter anderem um den schnellen Beschluss zur Ersatzwasserversorgung der Gemeinde. „Bei der Abstimmung zur Ersatzwasserversorgung stellt die mögliche Befangenheit zweier Ratsmitglieder eine Blöße dar, die sich der Rat meines Erachtens nicht hätte geben dürfen“, sagte er. Weiter prangerte Kühnel den Schurf der Schwandquellen an, der trotz fehlender Genehmigung des gesamten Vorhabens begonnen habe. Beim Thema „Zaunerneuerung Klausenhof“ hätte sich Kühnel gewünscht, „das sich anbahnende bürgerliche Engagement zur Reparatur“ auszunutzen.

Herbe Kritik musste sich Bürgermeister Berger auch im Hinblick auf das mangelnde Engagement der Gemeinde bei den E-Bikes gefallen lassen. Dort vermisst Kühnel den Anschluss an andere Gemeinden (wir berichteten). Auch zum Thema Leitbild äußerte der Gemeinderat wenig Gutes. Er warf Berger Untätigkeit vor und die Ablehnung bürgerschaftlichen Engagements aufgrund persönlicher Differenzen. Kurz und etwas plakativ zusammengefasst entstehe bei ihm folgender Eindruck: „Die Wünsche der Schluchseewerk AG werden sehr zügig durchgedrückt, die Wünsche der Bürger und die selbst gesteckten Ziele eher auf die lange Bank geschoben, manches fällt dann ganz hinten runter.“

Als „Nachtreten“ beim Thema Befangenheit, das bereits hinlänglich rechtlich beleuchtet und als negativ beschieden worden sei, empfand Christof Berger Kühnels „Gedanken“. Er hätte sich gewünscht, die Kritikpunkte in Form von Gesprächen untereinander zu regeln und Missverständnisse auszuräumen. Ebenso überrascht zeigte sich Helmut Eckert, Fraktionsvorsitzender der CDU. Von deren Tisch war Kühnel im Sitzungssaal übrigens bereits vor Monaten in Richtung Grüne-Fraktion abgerückt und hatte damit bereits symbolisch seine Distanz zur CDU zum Ausdruck gebracht. Eckert äußerte seine persönliche Enttäuschung über Kühnels Vorstoß. Vor allem die Kritik am möglichen Bürgerengagement bei der Klausenhof-Zaunerneuerung wies er empört zurück. Peter Huber (Freie Wähler) verteidigte unter anderem die bereits begonnene Realisierung des Ersatzwasserkonzeptes. „Die bestmögliche Wasserversorgung für die Gemeinde war unser Ziel, die haben wir durch unsere schnelle Entscheidung erreicht“, sagte er. Laut Vertrag müsse diese vor einer möglichen Genehmigung des Gesamtprojektes realisiert sein, um Nachteile für die Gemeinde zu vermeiden. Zu einer kurzen Aussprache innerhalb des Gemeinderates kam es im Anschluss an die öffentliche Sitzung.

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