Das Pfütze-Fäscht in Herrischried ist Geschichte. Mit der Abschlussparty am Mittwochabend hat das Festteam sich von seinen Fans verabschiedet.
Allerdings müssen diese in Zukunft nicht auf ihr Kultevent verzichten, denn nicht nur die letzte Spende wurde an diesem Abend vergeben, sondern auch eine Urkunde überreicht, die die Weiterführung des Pfütze-Fäschtes garantiert. Es wurde in die Hände der Skizunft Bernau übergeben. Die hat auch bereits einen Termin ins Auge gefasst, an dem das Pfütze-Fäscht fröhliche Auferstehung feiern soll, nämlich das Wochenende vom 10. und 11. März 2012.
„Wir hatten schon lange eine ähnliche Veranstaltung geplant“, bekennt der Vorsitzende der Skizunft, Hubert Baur. „Aber weil es das Fest ja in Herrischried schon gab, kam eine Konkurrenzveranstaltung dazu für uns nicht in Frage.“ Das Pfütze-Fäscht, sagt Baur, sei so dermaßen erfolgreich gewesen, daneben hätten sie ohnehin keine Chance gehabt. Und dass das bisherige Team nicht allzu sehr um seinen Kultevent trauern muss, dafür hat die Skizunft Bernau gleich mit gesorgt. Die Erfahrungen des alteingesessenen Teams nämlich wollen sich die Bernauer keinesfalls entgehen lassen und haben die Organisatoren schnurstracks dazu eingeladen, die Jury in Bernau zu stellen. Und natürlich hoffen sie nun zuversichtlich, dass ihr Pfütze-Fäscht in Zukunft genauso ein Hit werden wird wie es das bislang in Herrischried war. Bei der Abschlussparty spendete das Pfütze-Fäscht-Team sein gesamtes restliches Geld und zog damit einen Schlussstrich unter eine über zehnjährige Erfolgsgeschichte.
Vom letzten Flutlichtrodeln, einem Eishockeyturnier sowie Sponsorengeldern, unter anderem 500 Euro, die die Eishallengaststätte beim Hockeyturnier gespendet hatte, gab es letztlich noch die ansehnliche Summe von 1800 Euro zu verteilen. Das Geld wird den Opfern des jüngsten Brandes in Todtmoos-Weg zugute kommen, und zwar gehen 1200 Euro an die betroffene Familie und 600 Euro an den alleinstehenden Mieter, dessen Wohnung von dem Brand zerstört wurde.
Natürlich drohten im Laufe der Jahre auch Absagen wegen Schneemangels, und deshalb musste die Veranstaltung auch schon mal verschoben werden. Das Aus kam indes nun aus einem anderen Grund. Immer wieder gab es Konflikte mit einzelnen Bürgern. Obwohl Bürgermeister Christof Berger klar Position für das Pfütze-Fäscht bezogen hatte und eine gerichtliche Regelung durchaus erfolgversprechend gewesen wäre, zogen es die vier Organisatoren Andreas Eberle, Hansjürgen Kaiser, Heinz Frommherz und der 2007 für Andreas Kaiser hinzugekommene Holger Eckert, vor, die Auseinandersetzungen mit dem Fest selbst zu begraben. „Kein Schatten soll auf dem Event lasten, der ausschließlich einem sozialen Zweck gewidmet war“, erklärte Andreas Eberle, der glaubt, dass die Streitigkeiten, die immer wiederkehrenden Sabotagemaßnahmen, nie ein Ende nehmen würden. „Das Fass ist voll“, fügte er an. Um es nicht überlaufen zu lassen und sich womöglich auf die gleiche Ebene zu begeben, setzten die Vier lieber dem Schrecken ein Ende, als ein Ende ohne Schrecken heraufzubeschwören, wie sie in ihrem Internetauftritt erklären. Online bedanken sie sich auch für die Hilfe, auf die sie sich in den vergangenen Jahren hätten verlassen können.