Häusern wird zum Stromproduzenten: Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Montag, auf dem Bauhofgebäude eine Photovoltaikanlage zu bauen. Die Anlage soll etwa 30 000 Kilowattstunden Strom jährlich produzieren, zwischen 60 000 und 75 000 Euro kosten – und nach einer Amortisationszeit von zehn bis elf Jahren schwarze Zahlen schreiben.
Jürgen Schelb vom Energiedienst hatte den Gemeinderat zuvor über Chancen und Möglichkeiten einer Photovoltaikanlage im Bereich von Bauhof und Kläranlage informiert. Vorausgesetzt, die Anlage mit einem voraussichtlichen Ertrag von 30 000 Kilowattstunden jährlich, werde bis zum 30. Juni gebaut, brächte bei einer Einspeisung des Stromes ins Netz einen Jahresertrag in Höhe von rund 7329 Euro – für die kommenden 20 Jahre garantiert. Höher, so Schelb, wäre der Erlös, wenn man den produzierten Strom selbst verbraucht – wobei in Häusern die Kläranlage ein Abnehmer wäre. Dort könne man zwar wegen Verbrauchsschwankungen nicht den gesamten Stromertrag ansetzen, aber rund 50 Prozent, mithin etwa 15 000 Kilowattstunden. Neben den so ersparten Stromkosten werde auch die Produktion des Ökostrom mit knapp zwölf Cent für die kommenden 20 Jahre vergütet. Speise man den Rest ins Netz ein, könnten jährlich fast 8200 Euro erlöst und an Stromkosten eingespart werden. Bescheiden dagegen seien die Mieterwartungen, wenn man die Dachfläche zur Verfügung stellt: Da sei jährlich mit nur etwa 750 Euro zu rechnen. Bürgermeister und Gemeinderat votierten deshalb klar für eine eigene Photovoltaikanlage – selbst wenn die dafür notwendigen Kosten über einen Kredit vorfinanziert werden müssen. „Wenn, dann sollten wir die Anlage in Eigenregie bauen und möglichst viel Strom selbst verbrauchen“, sagte Gemeinderat Patrick Bühler – dessen Meinung alle teilten. Blieb zu klären, wer die Anlage bauen soll. Schelb konnte hier keine Adresse nennen. „Fragen Sie drei Elektriker, dann bekommen Sie drei Antworten“, sagte er. Zumal: Belastbare Angebote bekäme man sowieso erst nach einer Ausschreibung. Für die soll nun ein Fachbetrieb eingebunden werden, der die Anforderungskriterien festlegen soll. Anschließend soll ausgeschrieben und noch vor dem 30. Juni gebaut werden.