Grenzach-Wyhlen Wertvolle Infos zu geplanter Gemeinschaftsunterkunft in Kraftwerkstraße

Einrichtung für maximal 200 Personen vorgesehen. Öffentliche Information für Bürger am Mittwoch, 8. Juli, 19 Uhr, in der Hochrheinhalle

Anstatt weiter Flüchtlinge zugewiesen zu bekommen, will die Gemeinde lieber dem Landkreis Lörrach einen Standort für eine Gemeinschaftsunterkunft für die Erstaufnahme von Flüchtlingen zur Verfügung stellen. Bei der Infoveranstaltung für Anlieger des im Mai dafür gekauften Grundstücks an der Kraftwerkstraße in Wyhlen haben Sozialdezernentin Elke Zimmermann-Fiscella vom Landratsamt und Bürgermeister Tobias Benz den Besuchern viele Hintergrundinformationen dazu gegeben.

Die Kooperation: Der Landkreis pachtet das Grundstück der Gemeinde an der Kraftwerkstraße und baut und betreibt die Unterkunft auch. Der Landkreis ist ebenfalls für die Sozialbetreuung zuständig. Als Vorteil hebt Tobias Benz hervor, dass der Landkreis ein starker und erfahrener Partner ist. Die Gemeinde ist unterstützend tätig. Die Unterkunft soll in Festbauweise und in guter architektonischer Qualität für höchstens 200 Flüchtlinge angelegt sein und sich dafür eignen, langfristig auch als normale Mietwohnungen genutzt werden zu können.

Die Standortsuche: Der Wohnungsmarkt in der Gemeinde ist angespannt, so viele Flüchtlinge in Mietwohnungen unterzubringen, ist unmöglich, die gemeindeeigenen Wohnungen sind alle belegt. Die Aufrufe nach Wohnungen haben dieses Problem auch nicht gelöst. Weitere Alternativen sind Container, Festbauweise (vier bis fünf Millionen Euro) und die Sperrung von Turnhallen. Als mögliche Standorte sind 15 Grundstücke untersucht worden. Pläne davon befinden sich auf der Website der Gemeinde unter Aktuelles.

Ausblick: Eine öffentliche Information der Bürger gibt es am Mittwoch, 8. Juli, 19 Uhr, in der Hochrheinhalle. Eine weitere Veranstaltung, an der sich Bürger beteiligen können, ist im September vorgesehen. Sie können auch am Bauprojekt und an der Betreuung der Flüchtlinge mitwirken. Schließlich soll ein ehrenamtlicher Freundeskreis gegründet werden, blickte Benz voraus.

Erstaufnahme: Der Landkreis ist verpflichtet, zugewiesene Flüchtlinge aufzunehmen und für höchstens 24 Monate in Gemeinschaftsunterkünften unterzubringen. Für die Anschlussunterbringung verteilt er sie in Kommunen (siehe Info), die ebenfalls zur Aufnahme rechtlich verpflichtet sind.

Gemeinschaftsunterkunft: Einrichtungen gibt es in Rheinfelden (394 Plätze), Todtnau (24), Schönau (54), Wieden (33), Lörrach (87) und Efringen-Kirchen (180). Sie sind mit Heimleitung, Hausmeister und Sozialbetreuung ausgestattet. Es gibt Integrationsmaßnahmen wie Deutschkurse und Unterstützung für Arbeitssuche. Kinder von Asylbewerbern sind nach sechs Monaten in Deutschland schulpflichtig. Die hauptamtliche Sozialbetreuung von Mitarbeitern des Landkreises, der Caritas und des Diakonischen Werks vermittelt unter anderem Klassen oder Vorbereitungsklassen und Kindergartenplätze. Nach spätestens einem Jahr sollen Schüler in Regelklassen integriert werden.

Ehrenamtliche Hilfe: Ehrenamtliche Helfer sind willkommen und wertvoll. Sie können die erste Orientierung der Asylbewerber vor Ort erleichtern und sie etwa bei Arztbesuchen begleiten, bei Sprachkursen helfen, Freizeitaktivitäten anbieten, Patenschaften übernehmen, kulturelle und gesellschaftliche Besonderheiten erklären sowie bei der Wohnungssuche helfen, wenn der Auszug möglich ist. Der Freundeskreis Asyl ist in Rheinfelden, Lörrach und Efringen-Kirchen organisiert, in Todtnau gibt es das Netzwerk 43.

Infos zu Flüchtlingsunterbringungen und Helferkreisen: www.loerrach-landkreis.de/gemeinschaftsunterkunft

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