Herr Levante, sie sind erst seit drei Jahren FDP-Mitglied und jetzt schon als Bundestagskandidat nominiert. Eine ganz schön steile Karriere...
So steil ist das auch nicht. Es gab auch schon höhere Ämter in der FDP, die von Mitgliedern ausgefüllt wurden, die erst ein Jahr dabei waren.
Wie kam es dazu, dass Sie sich aufstellen ließen?
Wenn ich mich für etwas engagiere, dann möchte ich auch etwas bewegen. Darum habe ich mich früh in Gremien beteiligt. Vor zwei Jahren wurde der Posten des Kreisgeschäftsführers frei, ein Posten, der viel Arbeit bedeutet und den ich gerne übernommen habe. Ich habe Kontakte aufgebaut und auch Themen forcieren können. Wegen der Kandidatur für die Bundestagswahl wurde gefragt, ob es Interessenten gibt. Ich hatte mein Interesse vorher selbst schon bekundet und zuerst Rücksprache mit meinem Vorgänger, Paul Lauer, gehalten. Am Montag wurde ich dann als Kandidat gewählt.
Was bedeutet das jetzt für Sie?
Ich muss jetzt erst einmal einen klaren Kopf bekommen. Ich werde den Posten des Kreisgeschäftsführers behalten, allerdings schauen, dass ich einen Teil der Arbeit umschaufeln kann. Ich werde wahrscheinlich einige Aufgaben an mein Team weitergeben, um selbst mehr Zeit zu haben, um den kommenden Wahlkampf anzugehen. Ich habe ja auch noch eine Firma, die ich natürlich weiter betreibe.
Was stehen in punkto Wahlkampf an Aufgaben an?
Ich muss jetzt erst einmal das Wahlkampfteam klarbekommen, etwa wissen, wie viel Zeit meine Unterstützer zur Verfügung stellen können. Nach den Sommerferien werden wir in die Planungsphase des Wahlkampfs gehen, im nächsten Frühjahr geht dann der eigentliche Wahlkampf los.
Grenzach-Wyhlen ist ja traditionelle FDP-Hochburg. Hilft das Ihnen?
Sicherlich. Marco Vogt und Frank Drewello sind etwa in meinem Wahlkampfteam und auch von vielen anderen Mitgliedern erfahre ich Unterstützung.
Ist Ihre Kandidatur ein Zeichen, dass Sie vom provinziellen Grenzach-Wyhlen in die Hauptstadt wollen? Oder rechnen Sie sich nicht so große Chancen aus?
Ich bin in Grenzach aufgewachsen, war dreimal weg und dazwischen immer wieder hier. Auch wenn ich die Chance bekomme, nach Berlin zu gehen, werde ich doch in Grenzach lebenbleiben. (dor)
