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Grenzach-Wyhlen Ehepaar findet Greifvogel in Regentonne

Anja und Thomas Noller aus Grenzach-Wyhlen retten Mäusebussard. Nabu-Vertreter lobt Vorgehen bei Rettung

Anja und Thomas Noller hörten gegen halb acht am Samstagfrüh, als sie zur Arbeit in ihren Bauhof gingen, ein ungewöhnliches Kratzen, das Geräusch kam aus einer Regentonne. Die Inhaber des Gartenbaubetriebs schauten nach und fanden einen jungen Bussard. Nach einer Behandlung mit einem Industrietrockner, konnte das Tier wieder in die Freiheit zurückkehren.

Anja Noller merkte es dem Tier beim Hineinschauen in die Tonne gleich an: Der Mäusebussard kämpfte offenbar mit letzter Kraft gegen das Ertrinken an. Schnell kippten beide das Wasserfass aus und verhalfen somit dem Vogel zunächst einmal ins Trockene. „Aber der Vogel war völlig entkräftet, regelrecht apathisch, wir hatten den Eindruck, dass er die gesamte Nacht über im Wasser saß.“ erzählt Anja Noller. „Wir gingen sehr vorsichtig an ihn heran, aber er wehrte sich überhaupt nicht.“ Sein Gefieder war völlig durchnässt, so konnte er nicht mehr fliegen. Da kam Thomas Noller auf die Idee, eines seiner Baustellenheizgeräte zu holen und strahlte den Vogel mit warmer Luft an, was dem Vogel offenbar wohl sehr angenehm war. Selbst das vorsichtige Auseinanderziehen der Flügel duldete er ohne den geringsten Widerstand.

Dennoch, selbst am Ende der langen Trocknung war der Bussard immer noch nicht in der Lage, sich fortzubewegen. Schließlich kam Anja Noller auf die Idee, das Tier zu füttern und besorgte dazu Katzenfutter, nach einer Weile nahm er das auch an und fraß davon. „Wir ließen den Vogel dann in Ruhe sitzen, damit er sich erholen konnte.“ Schließlich lief der Bussard auf eine Halde Komposterde, suchte sich dort den höchsten Punkt als Sitz aus, erst am Nachmittag begann er mit Flügelbewegungen und viel später dann flog er fort. Ein schönes Tier sei es gewesen, denkt Anja Noller zurück. Und sie fügt an, dass es ihr unendlich leid getan hätte, wenn der Bussard tot im Wasserfass gelegen wäre.

„Das klingt aus der Ferne so, als hätten Nollers alles genau richtig gemacht“, sagt Boris Krause, der Vertreter des Nabu Lörrach in Grenzach-Wyhlen. Statt eines Heizstrahler hätte man auch einen Fön auf kleinster Stufe verwenden können. Neben Katzen- sei auch Hundefutter gut geeignet, um einen schwachen Greifvogel aufzupäppeln. „Vorbildlich!“, lobt er das Engagement für den Mäusebussard. Die Art gilt zurzeit in Europa nicht als gefährdet. Der Nabu (Naturschutzbund Deutschland) erhalte viele Anfragen wegen Vögeln, manchmal finden Leute sterbende Tiere, in der Nistzeit gibt es oft Anfragen wegen aus dem Nest gefallener Jungvögel. Da Grenzach auch im Einzugsgebiet der Durchflugschneise über die Alpen liegt, hierbei sei der Altrhein eminent wichtig, gebe es auch ab und zu Anrufe wegen für die Region exotischer Tiere.

Wenn man Hilfe mit Vögeln braucht, kann der Nabu helfen. Kontaktdaten im Internet:

http://nabu-loerrach.de/

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