Die rege Bürgerbeteiligung an der Agenda 21 und den sich daraus ergebenden Planungswerkstätten für Bebauungspläne und bei der Fortschreibung des Flächennutzungsplanes haben überregional Anerkennung gefunden. Am Samstag erhält eine Bürgergruppe um Jörg Lutz und Herwig Eggers in Stuttgart den Theodor-Heuss-Preis,
Grenzach-Wyhlen (wic) Am Samstag erhält eine Bürgergruppe um Jörg Lutz und Herwig Eggers in Stuttgart den Theodor-Heuss-Preis, und zwar für ihr „vorbildliches Engagement bei der Lösung der scheinbar unspektakulären, in der Realität allerdings komplexen und anspruchsvollen Aufgabe, Demokratie lokal zu gestalten“, heißt es in der Begründung. Bereits am Freitag wird die Gruppe im Stuttgarter Rathaus die Projekte der Lokalen Agenda und der Planungswerkstätten vorstellen.
Das Jahresthema des Theordor-Heuss-Preise 2009, der nach den ersten Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland benannt ist, lautetet „Bürgerrechte, Bürgermeister, Bürgerinitiativen: Demokratie lokal gestalten“. In der Begründung für die Verleihung der Medaille heißt es, in Grenzach-Wyhlen seien Maßstäbe für lokale Beiträge zur Nachhaltigkeit unter Beteiligung der Bürger bei Entscheidungsprozessen gesetzt worden. Bei der Preisverleihung am Samstag, 25. April, um 10.30 Uhr im Haus der Wirtschaft – neben der Grenzach-Wyhlener Initiative erhalten auch Gruppen aus den Gemeinden Herten, Pirna und Wunsideln, die Theodor-Heuss-Medaille – wird die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes Jutta Limbach die Festrede halten. „Demokratie beginnt zuhause“, hatte bereits der junge Theodor Heuss, formuliert.
Gerade deshalb wollte die Stiftung, die den Preis vergibt, in diesem Jahr, in dem der 125. Geburtstag des überzeugten Liberalen und 60 Jahre Grundgesetz gefeiert werden, die Aufmerksamkeit besonders darauf lenken, dass die Zukunft der demokratischen Gesellschaft vor Ort entschieden wird. „Wir brauchen Kommunen, die mutig gegen den Trend zu einer politischen Entleerung der lokalen ebene angehen und ihre Handlungsmöglichkeiten nutzen und auszuweiten suchen“, heißt des Seitens des Stiftungsbeirates.
„Ich freue mich mit den Bürgern und Bürgerinnen, die sich an der Agenda und den Planungswerkstätten beteiligt haben, aber auch mit dem Gemeinderat, der die Mitwirkung der Einwohner eigentlich erst ermöglicht hat, über die Auszeichnung“, erklärte Bürgermeister Jörg Lutz gestern gegenüber dieser Zeitung. Offenbar über die Schiene von Workshop-Moderator Dirk Kron ist die Heuss-Stiftung auf die Grenzach-Wyhlener Agenda-Arbeit aufmerksam geworden.
Für Lutz ist die Preisverleihung die „Würdigung einer nachhaltigen Bürgerbeteiligung“. Das Engagement der Einwohner habe sich eben nicht nur auf die Projekte der Lokalen Agenda beschränkt, sondern sie wurde auch nach Abschluss dieses Prozesses fortgesetzt.
Als Beispiele erinnert Lutz an die Umgestaltung der Flachwasserzonen am Rheinufer, die Schaffung des Bürgerzentrums und die Jugendagenda – aber auch die Buslinie nach Basel ist ein „Agendakind“, ebenso wie das Leitbild der Gemeinde.