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Grenzach-Wyhlen Baugenossenschaften: Alle wollen die Fusion

Seit Mittwoch gibt es in der Gemeinde nur noch eine Baugenossenschaft. Einstimmig beschlossen die Mitglieder den Zusammenschluss der Baugenossenschaften Grenzach und Wyhlen

Seit Mittwoch gibt es in der Gemeinde nur noch eine Baugenossenschaft, einstimmig beschlossen die Mitglieder den Zusammenschluss. Mehr als ein Jahr lang dauerten die Vorbereitungen. Beide Genossenschaften bestehen seit fast 100 Jahren, sind erfolgreich und wirtschaftlich stabil. Dennoch zeichnete sich in den letzten Jahren ab, dass solch kleine Genossenschaften nur schwer die kompliziert gewordenen Auflagen gerade bei Neubauten erfüllen können.

Da beide Genossenschaften bereits eng zusammenarbeiten und das gleiche Ziel in der Gemeinde verfolgen, lag es nahe, künftig gemeinsam den Weg zu gehen. Sigrid Feßler, Direktorin des Verbandes der Wohungs- und Immobilienunternehmen in Baden-Württemberg, war aus Stuttgart angereist, um die Fusion zu vollziehen. Vor beiden Mitgliederversammlungen wies sie auf die absehbare Leistungssteigerung hin. Gleichzeitig werde sich auch der Aufwand verringern. „Dieser Zusammenschluss ist die logische Reaktion auf die veränderten Rahmenbedingungen,“ sagte sie. „Die neue Genossenschaft wird die deutlich stärkere Finanzkraft und eine optimale Organisationsstruktur besitzen.“ Gerade weil die Baugenossenschaften den zunehmend bedeutsamen Bereich der Wohnungen mit günstigen Mieten bewirtschaften, sei ein Kapazitätsverbesserung für sie so bedeutsam.

Auch Bürgermeister Tobias Benz befürwortete auf beiden Versammlungen diesen Schritt. Mit ihren stabilen Mieten, die im Bereich ab 6,50 Euro liegen, leisten sie einen wertvollen Beitrag für das Gemeinwohl in der Gemeinde. Besonders wichtig aber ist ihm die Zusammenarbeit für das Projekt „Bündnis für Wohnen“. Die Baugenossenschaften und die Gemeinde vereinbarten, dass auf einem Grundstück in der südlichen Gartenstraße insgesamt 60 Wohnungen errichtet werden, 30 davon mit Unterstützung des Förderprogramms für Sozialwohnungen. Die Gemeinde wird das Grundstück deutlich preisreduziert dafür bereitstellen. „Wir müssen jeglichen Bedarf bedenken,“ sagte Benz. „Sowohl die gut verdienenden Beschäftigten, die zuziehen oder sich mit einer größeren Wohnung versorgen wollen, als auch die Geringverdiener, die Anspruch auf eine stabile Versorgung haben.“ Eben dafür seien die Baugenossenschaften seit langem zuverlässige Vermieter. Auch dies sei ein gewichtiger Grund für den Zusammenschluss.

Zunächst tritt die Baugenossenschaft Wyhlen der größeren in Grenzach als Mitglied bei und bringt sämtliche Vermögenswerte und Mitgliedschaften ein. Dann verteilt die Genossenschaft Grenzach gleichmäßig alle Rechte und Pflichten. Für Mitglieder und Mieter ändert sich nichts. Alle Mietverhältnisse bleiben zu den geltenden Bedingungen bestehen, Gebäude müssen nicht verkauft werden. Einige geringfügige Änderungen in den Satzungen betreffen nur formelle Festlegungen.

Die neue Baugenossenschaft Grenzach-Wyhlen wird ihren Sitz in der Markgrafenstraße 40 einrichten. Alle bisherigen Mitglieder der Aufsichtsräte und der Vorstände werden in die gemeinsamen Gremien übernommen, lediglich Jutta Ibert-Polizzi wird ausscheiden. Die hauptamtliche Geschäftsführung übernehmen zunächst Bernhard Kemmerling und Daniel Kuny gemeinsam, wenn Kemmerling 2018 in den Ruhestand geht, wird Kuny als alleiniger Nachfolger agieren. Nach diesem Beschluss müssen noch einige rechtliche Schritte vollzogen werden, nach Eintragung beim Registergericht wird der Zusammenschluss rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres wirksam.

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