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Grafenhausen Rothaus: Spatenstich für 11-Millionen-Euro-Investition

Die Rothaus Brauerei investiert 11 Millionen Euro in den Standort Grafenhausen. Die Brauerei baut dort eine Kommissionierungshalle und eine Sortieranlage. Beide Projekte sollen die Nachhaltigkeit weiter verbessern.

„Das ist ein guter Tag für das Land, nicht nur politisch, sondern auch als Eigentümer und ein klares Bekenntnis zu Rothaus, zum Standort, zur Brauerei und zu den Mitarbeitern.“ Das sagte der baden-württembergische Minister für den ländlichen Raum, Alexander Bonde, aus Anlass des Spatenstichs für das neue Großprojekt der Brauerei. Ein neues Gebäude für die Sortieranlage sowie eine Kommissionierungshalle entstehen für elf Millionen Euro. Dafür kauft die Brauerei 2,6 Hektar angrenzenden Staatswald.

Dem landeseigenen „guten Unternehmen mit einer guten Perspektive“ wolle man damit die Perspektive in die Zukunft hinein weiter verbessern. Mit moderner Technologie könne nun nicht nur wirtschaftlich effizienter gearbeitet werden, sondern auch mit den natürlichen Ressourcen effizienter umgegangen werden, sagte der Minister. Er kam nicht nur als zuständiger Minister, sondern auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Brauerei und in Vertretung des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann, von dem er herzliche Grüße überbrachte. Rothaus sei ein Unternehmen, das kaum wie ein anderes für den Schwarzwald stünde. „Hier wird Heimat schmeckbar und spürbar gemacht“, so Bonde. „Ich wünsche allen Beteiligten ein gutes Händchen, viel Spaß, zum Wohl und frohes Schaffen.“

Alleinvorstand Christian Rasch ging auf die technischen Details ein. „Um Bier zu brauen, wird viel Energie benötigt. Wir wollen so nachhaltig, umweltschonend, energiesparend und gleichzeitig wirtschaftlich wie möglich brauen. Daher sind Investitionen in neue Technik, neue Anlagen und neue Abläufe nötig und wichtig“, so Rasch. Die entstehende Kommissionierungshalle werde eine Fläche von 870 Quadratmetern haben und bereits im Juni 2016 fertig gestellt sein. Im zweiten Schritt starte der Bau des neuen Gebäudes für die Sortieranlage. Den Baubeginn terminierte Rasch bei guter Witterung auf den März 2016. Im Frühjahr 2017 solle die Anlage in der 4400 Quadratmeter großen Halle einsatzbereit sein.

Den hohen Ansprüchen an umweltschonende Produktion werde man bei den Neubauten unter anderem gerecht mit einer Solarthermieanlage auf dem Dach. So habe man insbesondere im Sommer, in dem die meisten Flaschen gereinigt werden müssten, auch sonnenerhitztes Wasser. Auch die regionale Verwurzelung betonte Brauerei-Vorstand Christian Rasch. „Wenn wir Aufträge an Handwerker vergeben, vergeben wir die auch hier in der Region.“ Als Beispiele nannte Rasch die Grafenhausener Firma Staller und die Tiefbaufirma Schmidt aus Bernau.

„Es ist eines der größten Projekte in der Geschichte der Brauerei“, betonte Landrat Martin Kistler. Das sei gerade vor dem Hintergrund einer mehrere Hundert Jahre währenden Geschichte bedeutsam. Mit der Entwicklung des Fanshops, auch der Brauwelt sei die Brauerei längst ein Magnet für die Gemeinde, den Landkreis und den gesamten Hochschwarzwald. „Es ist der Ausdruck für eine besonders vorausschauende Geschäftsstrategie, mit dem Fokus auf die Qualität eine Premium-Marke zu etablieren“, so Kistler. In Stuttgart wüsste man nicht immer von den Stärken und Schwächen des Landkreises. Minister Bonde sei als Person eine Ausnahme. „Den sehe ich am häufigsten und das liegt nicht daran, dass ich ihm ständig nachfahre“, scherzte Martin Kistler. Auch die Brauerei sei eine Ausnahme. Ihr Wert werde eben auch in der Landeshauptstadt wahrgenommen.


„Staatsbrauerei passt zum Schwarzwald“

Alexander Bonde, Minister für den Ländlichen Raum und Aufsichtsratsvorsitzender der Brauerei, spricht über die Bedeutung der Brauerei und die Bedeutung der aktuellen Investitionen.
Alexander Bonde, Minister für den Ländlichen Raum und Aufsichtsratsvorsitzender der Brauerei, spricht über die Bedeutung der Brauerei und die Bedeutung der aktuellen Investitionen.Herr Bonde, welche Bedeutung hat die staatliche Brauerei Rothaus für das Land Baden-Württemberg und die Region?

Die Staatsbrauerei Rothaus passt zum Schwarzwald, weil die Brauerei wunderbar das spiegelt, was viele Menschen mit der Region verbinden: Ein besonderes Augenmerk auf Qualität, ein schonender Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen und natürlich eine besondere Tradition von Genuss. Rothaus ist damit auch herausragende Botschafterin für die Werte des Genießerlands Baden-Württemberg.

Hier wird nun in großem Stil investiert. Warum ist das Ihrer Ansicht nach wichtig?

Die Investitionen in neue, moderne und energiesparende Anlagen und Gebäude rechnen sich ökonomisch und ökologisch. Damit wollen wir Rothaus noch moderner und energieeffizienter aufstellen für die Zukunft. Rothaus gehört in den Hochschwarzwald, ist ein wichtiger Arbeitgeber, aber auch von zunehmend Bedeutung für die Tourismusinfrastruktur in der Region. Die Brauerei ist auch ein touristischer Anlaufpunkt, und die Region profitiert davon, dass so viele Leute ein Interesse an Rothaus haben. Die Investitionen in die Staatsbrauerei Rothaus sind ein klares und eindeutiges Bekenntnis des Landes zu Rothaus, zum Standort Hochschwarzwald und zu den vielen fleißigen Beschäftigten hier vor Ort. Wir wollen, dass diese Erfolgsgeschichte so weitergeht wie in den vergangenen 225 Jahren.

Als Aufsichtsratsvorsitzender sind Sie ein profunder Kenner der Brauerei. Was zeichnet Rothaus im Vergleich zu anderen Brauereien aus?

Das Land Baden-Württemberg ist das Land der 1000 Biere. Und ich bin stolz auf die vielen kleinen und mittelständischen Brauereien, die im Südwesten unverwechselbare und qualitativ hochwertige Spitzenbiere produzieren.

Die Brauerei gehört dem Land, die öffentliche Hand betätigt sich also als Bierbrauer, jedenfalls was die Eigentumsverhältnisse angeht. Ist das Land Baden-Württemberg der richtige Eigentümer für eine Brauerei?

Gerade angesichts der jüngsten Konzentrationen auf dem Biermarkt, auf dem ein Großkonzern den anderen schluckt, ist das Land stolz auf die hochwertige, profitable und weit über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus bekannte Marke Rothaus. Die werfen wir doch nicht irgendwelchen Biermultis in den Rachen.

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