Das leidige Dauerthema „Schimmelbefall an den Innenwänden der Wallfahrtskapelle St. Cyriak auf dem Dürrenbühl“ beschäftigt nicht nur die Verantwortlichen der katholischen Pfarrgemeinde St. Fides Grafenhausen schon seit Jahren. Nun hat sich auch das Erzbischöfliche Bauamt in Konstanz eingehend mit der Materie auseinandergesetzt, das sehnlich erwartete Antwortschreiben liegt seit Anfang Juli vor.
Grafenhausen – Nun könnte die unendliche Geschichte um das leidige Thema doch wieder in Gang kommen: Bereits Ende Januar und nochmals Anfang Mai hatte Pfarrer Josef Haag an das Erzbischöfliche Bauamt in Konstanz geschrieben und mitgeteilt, dass sich an den Innenwänden der Cyriak-Kapelle der Schimmelpilz wieder derart ausgebreitet habe, dringend etwas dagegen getan werden müsste und um eine Stellungnahme gebeten. Eine solche von Oberbaudirektor Bertels liegt nun seit Anfang Juli vor, in der eine Zusammenfassung des Erkenntnisstandes mit verschiedenen Lösungsmöglichkeiten enthalten ist.
Die Feststellung des Schreibers, dass der Grund des Mikroorganismen-Befalls in den klimatischen Bedingungen innerhalb der Kapelle in Verbindung mit der organischen Leinöl-Farbe an Wänden und Decken der „Conti-Fassung“ liegt, kommentierte Pfarrer Haag mit den Worten: „Das haben wir durch das teure Sachverständigen-Gutachten schon vorher gewusst“.
Wie es weiter heißt, hätten Untersuchungen ergeben, dass anorganische Kalkfarbe den Mikroorganismen keinen Nährboden bietet und ein solcher Anstrich also geeignet wäre, um dauerhafte Schimmelfreiheit zu erreichen. Allerdings wird gleich im nächsten Satz vor Risiken und Nebenwirkungen gewarnt, weil Oberflächenspannungen mit der Zeit zu Rissen führen könnten und zudem die Kalkfarbe mechanisch nur schwer abnehmbar sei, was folglich zum Verlust der Wandbilder führen würde. Des Weiteren wurde bezüglich der Verwendung verschiedener Farbmaterialien, deren technischen Eigenschaften und die daraus resultierenden Folgen vom Bauamt der Fachberater eines Farbenherstellers kontaktiert, der drei mögliche Konzepte, aber auch deren Konsequenzen vorstellte.
Alle Varianten sehen ein Überstreichen vor, wobei erstens reversible (wieder abnehmbare) Farbe, zweitens Silikatfarbe und drittens ebenfalls Silikatfarbe, jedoch unter Freihaltung der Wandbilder, zum Zuge kam.
Als wichtigste Erkenntnis für den Pfarrgemeinderat kristallisierte sich aber heraus, dass bei keinem der Vorschläge eine dauerhafte Schimmelfreiheit garantiert werden kann. Auch wird im Schreiben ganz klar gesagt, dass Restaurator Schulz-Lorch die Arbeiten auftragsgemäß und fachlich richtig ausgeführt hat und ihm folglich kein Vorwurf gemacht werden kann. Zusammenfassend kam das Bauamt zu folgendem Ergebnis: „Wenn die Wandbilder im Original erhalten und sichtbar bleiben sollen, ist auch weiterhin mit Schimmelpilz zu rechnen. Wenn die dauerhafte Entfernung des mikrobiellen Befalls das vorrangige Ziel ist, bedeutet das den Verlust der jetzigen Farbfassung. Wenn die Conti-Fassung sichtbar erhalten und ein mikrobieller Befall dauerhaft verhindert werden soll, ist eine geregelte Klimatisierung unumgänglich“.
Bedauert wird am Ende, keine einfachere Antwort auf das Bezugsschreiben geben zu können. Pfarrer Josef Haag griff in der Sitzung den angebotenen Ortstermin auf, der mittlerweile auf Ende September vereinbart wurde. Bei der Begehung soll gemeinsam mit dem Bauamt, mit dem Denkmalamt und dem zuständigen Architekten über das weitere Vorgehen beraten werden.
Als kurzfristige Lösung beschloss der Pfarrgemeinderat, noch vor dem Cyriakfest am Samstag die befallenen Innenwände von Kirchenmaler Werner Gantert aus Schwaningen behandeln und trockenlegen zu lassen. Kostenpunkt: rund 1000 Euro.