Görwihl Kirchengemeinde wird aufgelöst
Seit Pfarrerin Bettina Ott den Hotzenwald im September 2008 verlassen hat, konnte kein Nachfolger gefunden werden. Die Lösung mit Pfarrerin Heidrun Moser und Vikarin Natalie Wiesner, die sich ab September 2010 die Stelle teilten, blieb ein halbjähriges Intermezzo. Zwar sprang Ruheständler Eberhard Günther (72) ein. „Er hat uns aber signalisiert, dass er das nicht mehr lange machen möchte“, sagte die Dekanin.
Die kleine Diaspora-Gemeinde mit ihren nur 1000 Mitgliedern soll nun auf die beiden Nachbarkirchengemeinden aufgeteilt werden. Die Albbrucker Pfarrerin Heidrun Moser betreut die evangelischen Christen in Görwihl. Weil ihre Kirchengemeinde dann 1800 Mitglieder hat, werde ihre derzeit halbe auf eine ganze Stelle aufgestockt, so Dekanin Vogel. Für Herrischried habe es zuerst Überlegungen gegeben, eine gemeinsame Kirchengemeinde mit Todtmoos zu bilden. Allerdings seien die schulischen, sozialen und im katholischen Bereich auch kirchlichen Bindungen nach Rickenbach sehr viel stärker. Deshalb werde der für Rickenbach zuständige Pfarrer Brüggemann jetzt auch Herrischried und damit insgesamt 2100 Gläubige betreuen. Wegen der höheren Arbeitsbelastung durch 300 zusätzliche Gemeindemitglieder wird er wöchentlich zwei Religionsstunden an eine andere Lehrkraft abgeben.
Die beiden um Görwihl und Herrischried vergrößerten Kirchengemeinden zählten jeweils etwa 2000 Gläubige, hätten also bei etwaigen zukünftigen Strukturreformen ihre Pfarrstellen sicher, sagte die Dekanin. Auch die Landeskirche begrüße die organisatorischen Änderungen. Allerdings muss der Oberkirchenrat noch dem Beschluss des Bezirkskirchenrats zustimmen. Unter dem Strich werde es keinen einzigen Gottesdienst und keine einzige Religionsstunde weniger gehalten, versprach die Dekanin. In den vergangenen Tagen hat sie die betroffenen Kirchengemeinden über die anstehenden Änderungen informiert und die Gründe für die Entscheidung erläutert.
