Mein

Görwihl Fasnachtswiiber gut in Fahrt

13.02.2012
Zum Thema


– Wo Frauenfasnacht drauf steht, ist auch Frauenfasnacht drin. Ohne Wenn und Aber.

Erst recht in Görwihl. Freitagabend, die zweite von drei Vorstellungen im wie immer proppenvollen Pfarrsaal: Die Einstimmung des Publikums auf den „feuchtfröhlichen Abend“ ging zügig durch, der Saal kochte, bevor es losging.

„Die Künstlerinnen haben nicht zu viel getrunken, also kann das ein ordnungsgemäßer Abend werden“, berichteten die Hausmeisterinnen Katrin Wörner und Carola Rippel. Ein ordnungsgemäßer Abend? Was auch immer das heißt. Und schon befand frau sich in der Kirche. Margaretha May und Marlies Gerspach tauschten sich über die „Church-Card“ und sonstige Nützlichkeiten aus, da gestand eine der beiden Kirchgängerinnen: „Ich habe einen Mann verführt.“ Die andere perplex: „Was, du hast einen Mann verführt? Da muss ich lachen.“ Das habe der Pfarrer auch gesagt. „Es ist zwar schon 60 Jahre her, aber ich beichte es immer noch gern.“

Abgang und Ankunft einer Putzfrau mit Putzmann. Bei Ulrike Mutter und Karin Maier haperte es an der Aussprache („Gerbel isch e very neis Fleckli in de Hotzenwald-Forest“), aber sonst ging alles glatt. Obwohl: „I ha scho Pech gha mit de Fraue. Die erscht isch gange, die zweit isch bliebe.“ Und dann griffen sie zu den Gitarren und sangen betörende Lieder. Noch ein Bekenntnis: „Wir halten es wie Richard: Uns müssen nicht alle mögen, aber viele können uns gern haben.“ Die Einblicke ins Eheleben waren auch nicht gerade ermunternd. „Der einzige Körper, der mich im Schlafzimmer heiß macht, ist der Heizkörper.

“ So ging das in einem fort. Egal, ob als Waldarbeiter, Wahrsagerin, Witwer oder Witwe, als Schulmädchen verkleidet oder mit Spätzlemaschinen bewaffnet: Die Görwihler Fasnachtsfrauen wussten, wo der Bartl den Most holt und tranken selber mal einen. Zwischendurch forderten die Schwarzwälder Gaudiburschen zum Gymnastikprogramm auf, wurde auf der Bühne in Lederhosen oder afrikanischen Gewändern wild getanzt und das Servicepersonal kam ins Rotieren.

Die Neunerräte waren auch da. Sie mussten sich den Unterschied zwischen ihrem Bunten Abend und der Frauenfasnacht anhören. „Die Frauen können alles auswendig“, so Neuzugang Ramona Eckert. Was sonst noch zur Sprache kam: Blindgänger, Leichenspürhunde, Ranzenpfeifen, Aquawihl, die „blöden Wechseljahre“, Hellsichtigkeit, Dosenwürstli und Güllenpumpe. Ein vielschichtiges Programm also, dessen Höhepunkt die Schlussnummer mit den adretten Zimmermädchen war. Ein Stein, wem da nicht das Herz aufging.

zu diesem Artikel sind keine Beiträge vorhanden
Schreiben Sie Ihre Meinung
Überschrift
Text


noch 1000 Zeichen


Informiert bleiben:
Bei jedem neuen Kommentar in dieser Diskussion erhalten Sie automatisch eine Benachrichtigung
Unsere Community-Regeln