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Bonndorf

Nonstop aufs Zwerchfell

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„Doof geht immer!“ und „mit bekloppt kommste weiter“ stellt Fliegenklatschenverkäufer Willi Fröhlich fest und führt dabei so prominente Zeitgenossen wie Dieter Bohlen an. Auch Reich-Ranicki geht ganz einfach: „Sie müssen nur lispeln und spucken!“
Friedrich

Folktreff-Vorsitzende Gudrun Deinzer hatte mit dem Engagement des Komikers „Herr Fröhlich“ alias Arno Markgraf, der vor gut 160 Besuchern im Foyer der Bonndorfer Stadthalle sein Programm „Keiner klatscht besser“ präsentierte, einmal mehr einen Volltreffer gelandet. In ihrer Begrüßung betonte sie, dass eine solche Veranstaltung mit den Helfern steht und fällt. Für ihre besonderen Verdienste ehrte sie Mitglied Bernd Zimmermann, zuständig für Auf- und Abbau, und (in Abwesenheit) Folktreff-Webmaster Andreas Schmitt.

Schon kurze Zeit nach dem ersten Auftritt des wortwitzigen Multitalents Herr Fröhlich folgte eine Lachsalve der nächsten. Nur die Gäste in der vordersten Reihe hielten sich vielleicht etwas zurück, nämlich gleich zu Beginn der Veranstaltung hatte sich der Komödiant seine „Opfer“ auserwählt und so fragte er einen Zuschauer: „Haben Sie gute Laune? – Dann lassen Sie es ihr Gesicht wissen!“ Was folgte, war ein energiegeladenes, geniales Feuerwerk aus Poetik, Artistik und musikalischen Darbietungen auf selbstkreierten Instrumenten. So entlockte Herr Fröhlich einem Notenständer mit Mundstück die Eurovisionsmelodie, und auf einer zum „transsexuellen Cello“ umfunktionierten Mülltonne spielte er das „selbstkompostierte“ Stück „Ode an die Mülltonne (Freude)“ Auch eine Art Alphorn aus Trichter und Rohrstücken, oder eine „Gesäß-Violine“ zeugten von der unglaublichen Kreativität des hochdekorierten Künstlers. Bei seiner Demonstration der „Po-Bratsche“ meinte Herr Fröhlich: „Stellen Sie sich auf diesem Instrument doch nur einmal die Hämorrhoiden der Volksmusik vor!“ Ein Laubsauger diente als Basis für das Instrument, das als Elektroviagra für alle Zukurzgekommenen umschrieben wurde und auf dem der Komiker passenderweise den Dylan Song „The answer is blowin' in the wind“ vortrug. Herr Fröhlich ist übrigens auch Erfinder der bisher unbekannten Stadtgedichte, die, dargeboten im Stil der beiden Komiker Heinz Erhard und Otto, für großes Gelächter sorgten. So kam es zum Beispiel über die „Dienstlaken“ im horizontalen Gewerbe zum heutigen Namen der Stadt Dinslaken und Verona und Paris sind für ihn die beiden „Hauptstädte der Blödheit“. Eine weitere Erfindung Willi Fröhlichs ist der „Ein-Mann-Spielmannszug“ – „da sparste 30 Leute!“. Zur Musik aus Edvard Griegs „Morgenstimmung“ trainiert er für Olympia in seiner Paradedisziplin, der Rhythmischen Sportgymnastik.

Durch das Arbeitsamt bekommt Herr Fröhlich schließlich einen Job als Fliegenklatschenverkäufer bei der Briloner Fliegenklatschenmanufaktur (BFM). Nach einer Verkaufsschulung bei „ Mutti“, soll heißen bei einer Motivationstrainerin, reist Willi Fröhlich durch die Lande und versucht auf seinen Klatschenparties die Leute in Kaufstimmung zu bringen. „Macketing“, so hat er gelernt, heißt „aus nichts etwas machen.“ Im Verlauf der Show gesteht er dem Publikum allerdings ein, dass er noch nie eine einzige Fliegenklatsche verkauft hat. Kein Wunder, preist er doch Raritäten wie Esoterik-Klatschen oder Recycling-Klatschen („Fangen Sie die Fliegen drei Mal“) zu astronomischen Preisen an.

Auch in der Liebe ist Herr Fröhlich bisher erfolglos. Vielleicht hört er zu stark auf seine Mutti, die ihm rät: „Such dir eine, die kochen kann, dass wenn die Liebe geht, das gute Essen bleibt!“ Nach dieser Power-Show gab es die Zugaben „God shave the Queen“ gespielt auf diversen Rasierapparaten und den gegurgelten Sinatra-Klassiker „My way“, ehe Herr Fröhlich von einem restlos begeisterten Publikum verabschiedet wurde.

Annette Friedrich

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