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Bonndorf Lizenz zum Böllern

13.06.2012
Bonndorf -  Hubert Haury restauriert alte Kanone. Behörde erteilt Sicherheitsstempel

Hubert Haury hat seine 70 Jahre alte Böllerkanone restauriert.  Bild: Schüle

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Hubert Haury aus Bonndorf-Gündelwangen hat seine Kanone, einen Kartuschen-Böller, restauriert. In etwa zehnstündiger Arbeit hat er die Kanone entrostet, lackiert sowie eine neue Verdeckung und ein neues Blech angebracht. Erst vor kurzem hat er sie dem Beschussamt in Ulm vorgeführt. Dort wurde geprüft, ob sie noch den Sicherheitsvorschriften entspricht.

Zur Kontrolle gehörte auch eine Schießprobe. Seit einigen Jahren ist auch die Überprüfung der Kartuschen vorgeschrieben. Der Sicherheitsstempel gilt für die nächsten fünf Jahre, dann muss die Kanone erneut vorgeführt werden. Haury hat die Kanone im Jahre 2002 in der alten Gündelwanger Schule entdeckt. Sie ist etwa 70 Jahre alt, hat das Kaliber 52 und wurde von ihm in 50-stündiger Arbeit generalüberholt. Haury hat sie in mühevoller Kleinarbeit mit neuem Schlagbolzen, Verschluss und Aufbau sowie neuen Kartuschen versehen. Außerdem sind die Radlager ausgetauscht, die Räder saniert und die gesamte Kanone lackiert worden.

Für das Betreiben der Kanone musste Haury in einem Tageskurs die Prüfung in Singen-Welschingen für den Sprengstoffschein ablegen. Danach erhielt er die entsprechende Bescheinigung vom Landratsamt, die alle fünf Jahre verlängert werden muss. Der Kanonier hat zehn Kartuschen, die mit jeweils 80 Gramm Schwarzpulver gefüllt sind, in Gebrauch. Ebenfalls dokumentiert wird der Kauf von Schwarzpulver. Es dürfen nur drei Kilogramm Pulver in unbewohnten Räumen gelagert werden.

Haury ist bei Dunkermotoren in Bonndorf zum Werkzeugmacher ausgebildet worden. Seit 33 Jahren arbeitet er bei der Firma Testo in Lenzkirch als Industriemeister. Mit seiner Kanone bereichert er kirchliche Feste wie Fronleichnam und eröffnet Vereinsfeste mit Böllerschüssen. Er kann auch für Hochzeiten, Geburtstage und sonstige Feiern gebucht werden. Seit einigen Jahren begrüßt Haury lautstark vom Gündelwanger Vogtsberg am 1. Januar das neue Jahr mit zwei Böllerschüssen für die zwei Jahrtausende und weiteren Schüssen für jedes Jahr.

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