Bonndorf Kapelle hat viele Freunde
Die Kapelle in der Wutachschlucht bei Boll soll bald wieder in altem Glanz erstrahlen. In gut einem Jahr sollen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein. Bild: Bild: Edinger
Das erklärte Dr. Hans-Jörg Adler bei einer Tagung in dieser Woche: „Der Denkmalschutz verlangt ein Gutachten, das muss abgewartet werden.“ Er rechnet damit, dass es bereits im Oktober vorliegen könnte.
Erst dann kann mit den Renovierungsarbeiten begonnen werden. „Da muss man sehr viel vorsichtiger herangehen, als wir dachten“, so Adler. Und er macht unmissverständlich klar: „Wenn dieser Versuch scheitert, kommt niemand mehr, der die Kapelle saniert.“ Wutachranger Martin Schwenninger drängt darauf, den Naturschutz schnell mit ins Boot zu holen: „Der Weiher sollte später optisch und ökologisch etwas hermachen.“
Die Finanzierung nimmt indessen immer mehr Gestalt an. Schon jetzt liegen rund 15 000 Euro an Spendengeldern auf dem Konto des Freundeskreises. „Und wir haben weitere Zusagen in Höhe von 15 000 Euro“, erklärt Peter Marienfeld, einer der Initiatoren des Freundeskreises Kapelle Bad Boll. Zu den Spendern gehören auch die Unternehmen Dunkermotoren, Hectronic und Adler, die sich nach Aussage von Hans-Jörg Adler mit namhaften Beträgen an der Sanierung beteiligen wollen. Dazu kommen noch Zusagen von Sachspenden. Marienfeld rechnet nach jetzigem Stand mit Gesamtkosten für die Sanierung von rund 120 000 Euro.
Das Gutachten des Denkmalschutzes könnte die Basis für Fördermittel aus dem „Leader-Programm“ der EU und des Landes Baden-Württemberg werden. „Da dürfen wir den Zug nicht verpassen“, meint Marienfeld. Fließen diese Fördergelder, sind 50 Prozent der Kosten gedeckt. Nachdem sich schon der CDU-Landtagsabgeordnete Klaus Schüle für den Erhalt und die Renovierung der Kapelle einsetzte, nutzte Hans-Jörg Adler beim Besuch von Ministerpräsident Stefan Mappus in Bonndorf die Gelegenheit, ihm eine Mappe mit dem Anliegen des Förderkreises auszuhändigen. Zusagen machte Mappus allerdings nicht. „Er zeigte sich allerdings erstaunt, dass jährlich 100 000 Wanderer an der Kapelle vorbeigehen“, so Hans-Jörg Adler, der optimistisch bleibt und schon Ende 2011 mit dem Abschluss der Sanierungsarbeiten rechnet.
