Mein

Bonndorf Große Sportplatzeinweihung Mitte Juli

Norbert Plum, Vorsitzender des TuS Bonndorf, tritt im nächsten Jahr zurück – das verrät er im Interview. Um seine Nachfolge macht er noch ein Rätsel.

Herr Plum, Sie und Ihr Verein bereiten sich auf die Sportplatzeinweihung Mitte Juli vor. Der ist im vergangenen Jahr fertig geworden. Warum wird erst jetzt gefeiert?

Die Firma wurde witterungsbedingt im vergangenen Jahr nicht fertig. Wir wollten dann nicht im November eine Einweihungsfeier machen, wo man damit rechnen muss, dass das Wetter nicht mitspielt. Und wir wollten eine Leichtathletikveranstaltung haben. Also, da sollte auch sportlich etwas laufen und wenn das Wetter dann schlecht ist, kommt das nicht so gut. Wir werden am Freitagabend mit einem ganz lockeren Firmenturnier anfangen. Am Samstag soll dann die offizielle Einweihung stattfinden, ab 13 Uhr, mit Segnung, mit Stadtmusik, mit Vorführungen der Turner und mit betont kurzen Ansprachen. Wir wollen den Sport im Vordergrund halten. Um 14 Uhr spielt hier die A-Jugend vom SC Freiburg gegen den SSV Reutlingen, also Bundesliga A-Jugend gegen Oberliga-Aktive.

Woran man sicher trotz aller Kürze erinnern kann, ist die Spendenaktion. Wie viel hat der TuS durch Spendengelder zusammen bekommen?

Es waren zwischen 160 und 170 000 Euro. Das ist sensationell und die offizielle Einweihung gilt dann auch als großes Dankeschön an die Sponsoren, die auch alle schriftlich eingeladen werden. Ohne die wäre das nämlich nicht möglich gewesen.

Es ist auch viel gearbeitet worden, um die Spenden zusammen zu bekommen. Hätten Sie gedacht, dass der Verein das so stemmen kann?

Ich habe das schon gedacht, weil ich meine Leute kenne, ich bin lange genug dabei. Teilweise habe ich natürlich Bauchweh gehabt, denn es war in jedem Fall auch ein Abenteuer, vor allem auch finanziell. Aber ich wusste, dass wir das auch durchziehen, wenn wir es anfangen. Der Zusammenhalt in der Zeit war gigantisch und ist es nach wie vor.

Nach Ihrer ersten Amtsperiode als Vorsitzender haben Sie gesagt, ‚ich dachte nicht, dass es so viel Arbeit ist‘. Ist für Sie diese Erfahrung ein solcher Kick, dass Sie noch viel länger Vorsitzender bleiben?

Es war selbstverständlich ein Kick für mich. Aber ich habe mir vorgenommen, wenn dieses Projekt erledigt ist und wir schuldenfrei sind, dass ich dann an einen Rückzug denke. Ich bin allmählich in einem Alter in dem man einem Jüngeren Platz machen muss. Ich bin jetzt noch für ein Jahr gewählt. Ich denke Mal, dass ich dieses eine Jahr noch voll ausfülle.

Das heißt, der Verein ist in einem Jahr schuldenfrei?

Wir sind jetzt schon schuldenfrei. Das hätte ich zu Anfang auch nicht gedacht, dass das möglich ist. Wir haben bei den Anfangsverhandlungen mit der Stadt signalisiert, dass wir bereit sind, uns zu verschulden. Aufgrund mehrerer Faktoren, durch die Spendenaktion, die Stadt und durch Zuschüsse des Sportbundes war das letztlich nicht nötig.

Gibt es Überlegungen für einen Nachfolger?

Die gibt es schon lange. Ich habe mir darüber schon immer Gedanken gemacht. Seit Jahren wird eine solche Amtsbesetzung ja immer schwieriger. Ich persönlich habe aber schon jemanden im Auge, der meine Nachfolge antreten soll und ich hoffe und glaube, dass er das auch macht.

Weiß er schon davon?

Ja.

Ist es ein ‚Er‘?

Ja. Aber mehr sage ich nicht. Es ist noch nicht in trockenen Tüchern. Er ist jetzt schon sehr aktiv im Vorstand und ich bin bester Dinge, dass das funktioniert. Ich ziehe mich aus dieser Position zurück, aus dem Verein sicher nicht. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ich weiterhin irgendwo eine Trainerposition oder etwas im Jugendbereich übernehme. Ich glaube nicht, dass ich so ganz ohne Fußball könnte.

Als Sie den Verein übernommen haben, war der Sportplatzbau noch nicht beschlossene Sache. Hat sich im Zuge des Sportplatzbaus auch der Verein verändert?

Es gab mit dem Engagement zweifellos einen Ruck durch die Gemeinschaft. Den haben wir auch jeden Samstag gespürt, wenn sich hier Leute getroffen haben, um hier etwas zu arbeiten. Das war natürlich toll. Wir sind aber noch nicht fertig. Das könnte alles noch etwas schöner werden, beispielsweise die Zugänge zum Sportplatz. Das geschieht Schritt für Schritt. Die Truppe ist immer noch beieinander. Die Anlage selbst ist fertig. Und mittlerweile nehmen es die meisten als Selbstverständlichkeit.

Wie sind die Erfahrungen damit?

Andere Mannschaften, die hier her kommen, sind hellauf begeistert. Ich selbst sehe auf dem Platz inzwischen nur Kaugummis, Kippen und solche Dinge. Die Verantwortungslosigkeit vieler ist einfach grenzenlos. Aber natürlich ist die Anlage eine tolle Geschichte und ich habe auch ständig Anfragen, ob Spiele hier stattfinden können.

Der Vereinszweck hat ja irgendwie mit Sport zu tun. Wie sind Sie derzeit sportlich zufrieden?

Eigentlich sehr. Gratmesser ist bei uns ja vor allem die erste Mannschaft. Das ist das Aushängeschild. Da sind wir sehr zufrieden. Wir hatten vor der Runde, nach dem Abstieg, einige Abgänge. In der Winterpause nochmals. Das muss man erst einmal verkraften. Man hat die jungen Spieler eingebaut. Das funktioniert. Die Mannschaften sind toll zusammen gerückt. Die Kameradschaft untereinander hat sich stark verbessert. Das liegt aber nicht am Platz, sondern am Gesamtpaket, an den Trainern, die wir jetzt haben. Die haben dafür gesorgt. Im Jugendbereich muss ich sagen, sind wir schon besser dagestanden. Da bin ich derzeit nicht ganz glücklich. Da ist Luft nach oben.

Gibt es aktuell noch eine offene Trainerfrage?

Im Aktivbereich ist alles in Stein gemeißelt. Da haben wir keinerlei Probleme. Im Jugendbereich sind es noch ein oder zwei Mannschaften, wo noch nicht alles geklärt ist. Für unsere B-Mädels, die ja sehr erfolgreich in der Verbandsliga spielen, suche ich beispielsweise noch jemanden.

Fragen: Gudrun Deinzer

Zur Person

Norbert Plum, Vorsitzender des TuS freut sich praktisch noch täglich über den tollen neuen Sportplatz und darüber, dass der Verein trotz Riesenanstrengung schuldenfrei ist. Bild: Gudrun Deinzer
Norbert Plum, Vorsitzender des TuS freut sich praktisch noch täglich über den tollen neuen Sportplatz und darüber, dass der Verein trotz Riesenanstrengung schuldenfrei ist. Bild: Gudrun Deinzer | Bild: Gudrun Deinzer

Norbert Plum, 60, ist seit 2013 Vorsitzender des TuS, des größten Bonndorfer Vereins. Seit über 30 Jahren ist er in verschiedenen Vorstandsämtern tätig. Als aktiver Fußballer spielte er selbst im offensiven Mittelfeld. Die Aktive Zeit hat er mit 45 Jahren bei den Alten Herren seines Vereins beendet.

  •  

Ihre Meinung ist uns wichtig
Hervorragende Weine vom Bodensee
Korrekturhinweis
Neu aus diesem Ressort
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Bonndorf
Die besten Themen
Kommentare (0)
    Jetzt kommentieren