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Bonndorf Förderkreis will Kapelle retten

04.06.2010


Bonndorf – Nach jahrzehntelangem Dornröschenschlaf kehrt demnächst wieder Leben in die Badhofkapelle in Bad Boll ein – sofern sich die Vorstellungen eines im September vergangenen Jahres spontan gegründeten Interessen- und Förderkreises für den Erhalt der Kapelle verwirklichen lassen.Das Bauwerk aus dem Jahr 1889 schien in Vergessenheit zu geraten, bis nun der Deutsch-Schweizer Peter Marienfeld und Hans-Jörg Adler die Initiative ergriffen, Kontakte in vielerlei Richtungen knüpften und begeisterte Mitstreiter für ihre Idee gewinnen konnten.Ziel ist es, diese letzte Zeitzeugin der einst weltweit renommierten Bade- und Kuranstalt Bad Boll zu erhalten und damit einen Beitrag zur Stärkung der touristischen Infrastruktur zu leisten sowie die Bevölkerung über den historischen Wert des Standorts Boll zu informieren. In einer ersten Zusammenkunft des „Kernteams“ wurden nun der aktuelle Stand der Dinge sowie die weitere Vorgehensweise besprochen.Als erfreulich wertet Peter Marienfeld die politische Unterstützung des Landtagsabgeordneten Klaus Schüle sowie die daraus resultierende schriftliche Zusage von Finanzminister Willi Stächele, dieses bürgerschaftliche Engagement für den Erhalt eines Identität stiftenden Ortes zu unterstützen.

Gleichwohl schloss der Minister eine finanzielle Beteiligung des Landes, das seit 1991 in Besitz der Kapelle ist, aus. Allenfalls die Staatliche Vermögens- und Hochbauverwaltung könne praktische Hilfe in Form von Planungsleistungen leisten.

Peter Marienfeld und Hans-Jörg Adler hoffen nun, dass anderweitige Fördermittel eingesetzt werden können. Ein Gespräch mit dem für EU-Fördermittel zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes soll demnächst Klärung bringen.

Im Idealfall wird die Renovierung zur Hälfte aus Fördermitteln, zur anderen Hälfte aus Spenden finanziert. Bei ersten Vorort-Terminen mit Handwerkern wurden überschlägig Kosten in Höhe von 100 000 Euro für die Sanierung veranschlagt.

Bürgermeister Michael Scharf machte deutlich, dass zuallererst ein pfiffiges Nutzungskonzept erstellt werden muss. Geklärt werden muss außerdem die Eigentumsfrage oder ob eine Institution als Pächter für die Kapelle Verantwortung übernimmt. Weder die Kirchengemeinden noch die Stadt haben ein Interesse am Besitz einer weiteren Kapelle. Auch die Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins sieht sich nicht in der Lage, dieses umfangreiche Projekt zu stemmen oder gar die Kapelle in Besitz zu nehmen, machte der Vorsitzende Friedbert Zapf deutlich.

Hans-Jörg Adler bot an, dass Spenden mit entsprechenden Bescheinigungen über die Rotary Hilfe abgewickelt werden könnten. Was eine mögliche künftige Nutzung anbelangt, wurden einige Ideen genannt, die von einer Ausstellung über die historische Bedeutung der einstigen Kuranlage und das Naturschutzgebiet Wutachschlucht bis hin zur Möglichkeit für Trauungen, Ehejubiläen oder Taufen reichten. Bei all den Überlegungen müssen freilich die Interessen des Naturschutzes berücksichtigt werden.

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