Bonndorf -
Einen grausigen Fund hat ein Landwirt in Gündelwangen gemacht, einem Teilort des Städtchens Bonndorf, im südlichen Hochschwarzwald. Am vergangenen Freitag entdeckte er „eine Leiche, die stark in Verwesung übergegangen ist“, wie es zunächst im Polizeibericht hieß. Seit gestern Nachmittag herrscht Gewissheit.
Trügerische Dorfidylle: In einem Waldstück von Gündelwangen wurde die Leiche gefunden. Die Polizei sucht das Gelände ab.
Bild: Deinzer
Der junge Feuerwehrmann Simon Neipp ist tot. Seit Pfingsten galt er als vermisst.
Bild: Polizei
Großräumig abgesperrt: der Waldspielplatz des örtlichen Kindergartens.
Es handelt sich um Simon Neipp, einen 24 Jahre alten Feuerwehrmann, der seit dem 25. Mai, dem Freitag vor Pfingsten, vermisst worden war. Laut Polizei ist er umgebracht worden.
Gefunden wurde der Tote im „Hölzle“, einem Waldstückchen hinter dem Sportplatz des mit 556 Einwohnern größten Teilortes von Bonndorf. Letztmals gesehen hatte man den jungen Mann am Abend zuvor nach einer Feuerwehrprobe gegen 22.30 Uhr an seiner Wohnung im „Espan“, einer weit verzweigten Wohnstraße in Gündelwangen. Bereits in der Nacht auf den Pfingstsamstag starteten Feuerwehrkameraden, Bergwacht und Polizei eine groß angelegte Suchaktion. Hundestaffeln, Hubschrauber und Wärmebildkameras kamen dabei zum Einsatz, der örtliche Löschweiher wurde abgelassen.
Als der junge Landschaftsgärtner, der zuletzt bei der Gemeinde Titisee-Neustadt beschäftigt war, eine Woche danach noch immer nicht gefunden war, wurden alle Güllegruben des Dorfes durchsucht – doch ohne Erfolg. Aus der Wohnung des Opfers in einem kleinen Mehrfamilienhaus waren ein Couchtisch, Gardinen und ein Teppich verschwunden. Mobiltelefon, Geldbeutel und Feuerwehr-Piepser hatten sich laut Augenzeugenberichten, jedoch in seiner Wohnung befunden. Das hatte von Anfang an schlimme Vermutungen zur Folge, zumal der junge Mann als ausgesprochen gewissenhafter Feuerwehrkamerad beschrieben wird.
Nach dem Fund des Leichnams war ein Großaufgebot der Polizei in dem kleinen Waldstück aktiv. Direkt nebenan, auf dem Sportplatz sollte an diesem Samstag die Meisterschaftsfeier stattfinden, der örtliche Fußballclub war aufgestiegen. Das große Rahmenprogramm nach dem letzten Rundenspiel wurde abgesagt.
Im Ort herrschte blankes Entsetzen, nachdem seit Wochen wilde Gerüchte kursierten. Viele Gündelwanger gehen von einer Beziehungstat aus, Verdächtigungen machten die Runde. „Die Wohnqualität von Gündelwangen hat gelitten, das sagen auch alle Gäste“, so die Wirtin des Gasthofes Lamm, Jana Schmelzle. Bürgermeister Michael Scharf, der sich zu dem Fall nicht äußerte, bestätigte jedoch, dass viele Bürger ihre Angst geäußert hätten.
Sascha Di Lissi, der am Sportplatz wohnt, an dessen Parkplatz auch Kindergarten und Schule grenzen, die seine Kinder besuchen, schüttelt den Kopf: „Nein, wir haben hier gar nichts mitbekommen.“ Und erzählt, dass seine Kinder immer in dem Wald spielen. Als Polizisten gestern erneut das Waldstück nach Metallgegenständen durchkämmten, wusste er noch nicht, wie er seinen Kindern beibringen soll, was passiert ist. .
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