Bonndorf – „Mobiles Kompetenzteam für die Freiwilligendienste aller Generationen“ (FDaG) in Baden-Württemberg ist der wenig griffige Name für die Vor-Ort-Betreuung eines Landesprojekts für bürgerschaftliches Engagement. 2009 wurde es aufgelegt, mit dem Ende dieses Jahres läuft es aus.
In Bonndorf hat es im vergangenen halben Jahr ein Integrationsprojekt unter dem Titel Mimimi (Migranten mischen mit) gefördert. Dudu Tekinkaya (Bonndorferin mit türkischem Hintergrund), Marina Kinzel und Irina Eggi (beide aus Westsibirien) begleiteten darin eine Vielzahl von Begegnungen zwischen Menschen verschiedener Herkunft.
Im Paulinerheim stellten die Macher dieser Gruppe und anderer geförderter Gruppen ihre Erfolge dar. Begleitet wurden sie von den Vertreterinnen des mobilen Kompetenzteams, Katrin Bäumler (DRK) und Janine Bliestle (Gemeindetag). Bürgermeister Michael Scharf verwies auf BoNI (Bonndorfer NetzwerkIdee) unter der Leitung von Felix Schüle. Mit Hilfe von BoNI kam die Mimimi-Idee der Bonndorfer Cariatsvertreterin, Mechthild Frey-Albert, zu den Freiwilligendiensten und wurde damit Wirklichkeit. BoNI übrigens stellt im städtischen Rahmen ungefähr das dar, was das Landesprojekt zum Ziel hatte, nämlich „die Vernetzung und Unterstützung“ freiwilligen, sprich ehrenamtlichen Engagements.
Allen Projekten der FDaG war gemein, dass es den Organisatoren nur bedingt um finanzielle Unterstützung ging. Die bewegt sich im Bonndorfer Fall in einem Gesamtrahmen von unter 3000 Euro. Der Schub, der sich durch eine stärkere Sichtbarkeit und offenbar gewordene Akzeptanz ergab, war der eigentlich wertvolle Effekt.
Das schilderten die Steinachspatzen von der Behindertenförderung Linsenhofen und dem Bürgertreff Nürtingen. Gemeinsames Theaterspielen von Menschen mit und ohne Behinderung organisieren sie bereits seit 1996. Seit der Organisation bei den FDaG, sind die Anfragen für Dorffeste und andere Veranstaltungen erheblich gestiegen.
Die Seniorenanlage Kroatenhof in Nürtingen legt großen Wert auf so viel Selbständigkeit wie möglich bei den Bewohnern. Was nicht mehr geleistet werden kann, hatten bisher Zivis abgedeckt und jetzt vorerst Freiwillige übernommen. Viele von ihnen haben über das Programm hinaus schon ihre Mitarbeit zugesagt, auch zum eigenen Nutzen. Einer der Helfer wird zitiert: „Meine Freunde sagen, dass ich viel ausgeglichener bin, seit ich im FDaG eingebunden bin.“
Auch für die Bonndorfer Frauen ist mit dem Ende des Programms das Engagement nicht zu Ende. So positiv waren ihre Begegnungen mit Landfrauen, Firmkindern, Müttern und vielen anderen (wir berichteten), dass sie schon weit in die Zukunft geplant haben. Auf dem Programm stehen unter anderem eine Wanderung durch die Wutachschlucht, ein Besuch im Kloster und gemeinsames Backen zur Weihnachtszeit mit örtlichen Landfrauen.