Bad Säckingen (ska) Ein weiteres Mal äußerten die Mitglieder der Bad Säckinger Grünen ihre Bedenken zum Bau der A98. Nach Meinung der Grünen während der Hauptversammlung am Mittwoch sind bei der Planung in großem Umfang Wasserschutzgebiete, der Wald als Erholungsgebiet und die FFH-Gebiete (Flora-Fauna-Habitat) betroffen. Außerdem enge der Bau des Schluchseewerk-Haselbachbeckens die Planungsspielräume zusätzlich ein. Darum fordert Vorsitzende Ruth Cremer-Ricken einen „Autobahnbeauftragten“, eine bei der Stadt oder dem Gemeinderat angesiedelte Person, die sich mit allen Schutzgebieten auskennt und fit in der Planung ist.
Anhand verschiedener Pläne zeigte die Vorsitzende auf, dass – unabhängig von der künftigen Trassenführung – sämtliche Schutzgebiete bis nach Obersäckingen in Mitleidenschaft gezogen werden. „Wenn man ein Jahrhundertbauwerk nicht vernünftig plant, läuft etwas schief“, so die Bedenken Cremer-Rickens. Betroffen sind auch die FFH-Gebiete, Lebensraum für geschütze Pflanzen und Tiere. „Und das geht gar nicht“, erklärt Ruth Cremer-Ricken. Ludwig Klaußner vom Ortsverband ärgerte sich darüber, dass das Schluchseewerk erst so spät mit ihren Planungen für den Bau des Haselbachbeckens an die Öffentlichkeit gegangen ist. Er sieht darin eine weitere Behinderung in den Autobahn-Planungen. „Da wird an den Trassen geplant und gemacht und dann kommt das Schluchseewerk“, kann es Klaußner nicht ganz nachvollziehen. Die verspäteten Informationen rührten daher, dass das Schluchseewerk stets von der amtlichen Bergtrasse ausgegangen ist, wie die Vorsitzende wusste. Denn von der weit südlich gelegenen Bergtrasse wäre der Bau des Haselbachbeckens gar nicht berührt gewesen. Doch nachdem das Regierungspräsidium alle Variante gleichwertig prüfen will, waren die Schluchseewerke jetzt gezwungen, ihre Pläne auf den Tisch zu legen.
Jetzt ist der Ortsverband der Grünen neugierig, wie die Planungen weitergehen. „Jeder stellt sich immer etwas anderes vor“, so Fraktionsvorsitzender Bernhard Biendl. „Ziele und Wünsche werden munter vermischt. Und wir sind nicht gefordert, der Autobahn auf die Sprünge zu helfen“.
Seit einem Jahr sitzt Michael Koubik als Nachfolger für Daniel Goldberg im Gemeinderat. „Wir haben den Wechsel gut verkraftet“, so Fraktionsvorsitzender Biendl. „Mit Koubik haben wir jemanden gefunden, der seine Arbeit gut macht, sich auskennt und immer neue Impulse bringt“, lobte Biendl.
Im neuen Jahr wird sich der Ortsverband weiter um die Stadtentwicklung kümmern und um die Kommunalwahlen. „Die Grünen haben sich bereits Kandidaten aus den eigenen Reihen gesucht“, erklärt Biendl. Trotzdem hofft er für die Gemeinderatswahlen auf weitere Bewerber aus der Bevölkerung.
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