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Bad Säckingen Ziel ist barrierefreie Stadt

19.04.2011
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Schopfheim (mj) Mittendrin und doch außen vor: Seit rund einem Jahr gibt es in Schopfheim den Behindertenbeirat. Die Mitglieder sind hoch motiviert, sich für das Idealziel, eine barrierefreie Stadt, zu engagieren.Unter diesem Aspekt wurden auch zwei Arbeitsgruppen gebildet, um die Stadt unter bestimmten Kriterien genauer unter die Lupe zu nehmen.

Einziger Wermutstropfen: Es scheint noch zu wenig bekannt zu sein, dass es den Behindertenrat gibt. Dieses Gefühl jedenfalls haben Vorsitzender Wolfgang Bartsch und seine Stellvertreter Peter Thamm und Susanne Bischoff. Sie freuen sich darüber, beratend im Arbeitskreis verkehrsberuhigte Innenstadt vertreten zu sein. So sollte es ihrer Meinung nach aber auch sein, wenn neue Baugebiete oder Bauvorhaben ausgewiesen werden. Ganz wichtig sei es, frühzeitig eingebunden zu werden. Im schlechtesten Fall passiere sonst das, was sie gerade mit der Einrichtung von zwei Behindertenparkplätzen am Sportplatz beobachtet haben. Sie seien schwer erreichbar, weil die Nutzer für das Hin- und Wegkommen umständlich abbiegen müssen.

Susanne Bischoff hat sich bei der Stadt erkundigt, wie es dazu gekommen sei. Diese beiden Plätze, so die Antwort, seien bereits länger geplant gewesen und dann realisiert worden. Vielleicht, so ihre Überlegung, hätte sich etwas verbessern lassen, wenn sich der Behindertenbeirat die Situation im Vorfeld hätte ansehen können. Wolfgang Bartsch hat den Eindruck, dass bei den Verantwortlichen niemand so recht wisse, wer dafür zuständig sei, den Behindertenbeirat zu benachrichtigen. „Wir sind motiviert dabei, werden aber noch nicht richtig genutzt“, bedauert auch Susanne Bischoff. Deshalb versucht der Behindertenbeirat jetzt, das Bewusstsein für dieses für die Stadt wichtige Gremium zu schärfen.

In den Arbeitsgruppen könne jeder mitmachen, sagen die Vorstandsmitglieder. Die Arbeitsgruppe Wohnen, Bauen und Verkehr widmet sich Gefahrenquellen und Hindernissen in der Stadt, die auch älteren Menschen zum Verhängnis werden können. Das können Bordsteine sein oder Wurzelwerk auf Gehwegen, die Rollstuhlfahrern das Leben schwer machen. Es wird erkundet, wie zugänglich öffentliche Gebäude, Gaststätten, Geschäfte oder auch Toiletten für Menschen mit Behinderung sind. Diese Arbeitsgruppe sei dabei, einen Stadtführer unter dem Aspekt behindertengerechte Stadt zu erstellen. Auch eine Stadtbegehung sei ins Auge gefasst worden, berichtet Peter Thamm. Kindergärten, Schulen, Arbeits- und Praktikumsplätze für Behinderte nimmt die Arbeitsgruppe Bildung, Kultur, Arbeit und soziale Dienste unter die Lupe.

Bei Schulen und Kindergärten gehe es beispielsweise um die Frage, welche Möglichkeiten Kinder mit Behinderungen haben, diese Einrichtungen zu nutzen. „Im Landkreis Lörrach wird diesbezüglich viel gemacht“, weiß Susanne Bischoff. Sie fand es auch toll, dass der neu gegründete Behindertenbeirat gleich nach seiner Installation vom Kreis eingeladen wurde, auf Kreisebene mitzumachen. Davon machte der Schopfheimer Beirat zunächst noch keinen Gebrauch, weil es erst einmal darum ging, intern die Strukturen und die Arbeitsweise zu klären. Wir sind auch da, wenn es um Auskünfte geht“, sagen Peter Thamm, Wolfgang Bartsch und Susanne Bischoff. Beratend stehen sie gern zur Seite und vermitteln weiter, wenn bestimmte Dienste gebraucht werden.

Wolfgang Bartsch ist aufgefallen, dass es zu wenig Behindertenparkplätze in der Stadt gibt. Und wenn man einen brauche, sei der häufig besetzt. Hierzu müsse man wissen, dass für die Nutzung von Behindertenparkplätzen Parkberechtigungskarten gebraucht werden. Das Landratsamt stelle sie aus. Der Behindertenausweis reiche nicht aus. Die Parkberechtigung erhalten nur Menschen mit außergewöhnlichen Gehbehinderungen.

Infomationen im Internet:

www.behindertenbeirat-schopfheim.de

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