Vor Ort eingesetzt hatte sich für die Veränderungen der SPD-Ortsverein, der deshalb am Freitag beim traditionellen Neujahrsempfang allen Grund hatte, stolz auf sich zu sein. Festredner des Abends, zu dem der Ortsverein gemeinsam mit dem Kreisverband geladen hatte, war Innenminister Reinhold Gall.
Rund 200 Gäste begrüßte der Ortsvorsitzende Manuel Knapp am Freitag im Kursaal. Darunter unter anderem Landrat Tilman Bollacher und Karin Rehbock-Zureich, Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion. Das letzte Jahr habe gezeigt, dass „vieles möglich ist, was unmöglich scheint“, sagte Knapp und dankte allen, die ihre Zeit für die Politik geopfert hätten. „Das macht Mühe, aber es lohnt sich“, so Knapp.
„Was vor zwei Jahren noch keiner geglaubt hat, ist Realität geworden“, so Bürgermeister Alexander Guhl zu den Ergebnissen der Bürgermeister- und Landtagswahl. Guhls Dank galt natürlich speziell seinen Unterstützern aus den Reihen der SPD beim Bürgermeisterwahlkampf, dessen Verlauf Knapp zuvor als „Start-Ziel-Sieg“ bezeichnet hatte. Die politische Arbeit sei so von Erfolg gekrönt worden, so Guhl. Der Bürgermeister machte allerdings auch klar, dass er seine Amtsführung „ausschließlich am Bürger orientieren“ werde. Und somit die Wünsche der SPD wohl nicht immer – oder wie Guhl es sagte – „manchmal auch gar nicht“ erfüllen werde: „Ich werde ein Bürgermeister für alle sein.“
In den nächsten Jahren gelte es, gemeinsam viele Herausforderungen zu meistern. Dazu gehöre unter anderem auch, sich den Notwendigkeiten des Energiewandels zu stellen. Wobei die dezentrale Energieversorgung in Zukunft die Regel werde, ist Guhl überzeugt. In der Bildungspolitik sieht Guhl das Land in der Pflicht, „seine Verantwortung gegenüber den Kommunen wahr zunehmen“. „Alle sind gefordert, dass sich Bürger aus anderen Staaten bei uns wohlfühlen“, sagte Guhl zum Thema Integration. Ein größeres Augenmerk müsse auch den sozial Schwachen gelten. Guhl abschließend: „Ich bin fest davon überzeugt, das unsere Stadt noch lebens- und liebenswerter wird, wenn alle Bürger an einem Strang ziehen.“
Einen Rundumschlag zu den Themen, die derzeit bewegen, aus Landessicht, lieferte am Freitag Innenminister Gall in seiner Festrede. Wie Gall erklärte, stehe die Landesregierung hinter der Einführung eines flächendeckenden Mindestlohnes. Dafür gebe es im Übrigen auch aus der Wirtschaft viel Unterstützung. Auf jeden Fall gab es für das Bekenntnis am Freitag im Kursaal schon mal viel Applaus. Besorgt zeigte sich Gall angesichts der Verschuldung der öffentlichen Haushalte. Die neue Landesregierung wolle versuchen, erstmals ohne Neuverschuldung auszukommen: „Das geht aber nur, wenn die öffentlichen Leistungen zurückgefahren werden.“
Bundestagsabgeordnete und Kreisvorsitzende Rita Schwarzelühr-Sutter dankte allen, die sich vor Ort für die Partei engagieren. Die Erfolge des vergangenen Jahres seien Motivation so weiterzumachen.
Für den musikalischen Part sorgte die Jazzband der Jugendmusikschule mit Leiter Klaus Siebold.
