Bad Säckingen Vom Broadway nach Bad Säckingen
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Aber welchem dummen Zufall ist es zu verdanken, dass sie in dieselbe Präsidentensuite einquartiert werden? Das kann nicht gut gehen, ist aber gut fürs Lustspiel. Wenn sich zwei scheinbar so spinnefeind sind wie die berühmte Sängerin Claudia McFadden und der große Leinwandstar Athena Sinclair und Tür an Tür im Hotel logieren, birgt das eine Menge witziger Situationen. Aber wenn dann noch eine Skandalreporterin sich einschleicht, Marinesoldaten vom Balkon in den Pool springen und das Hotel fast abbrennt, wird das Tohuwabohu erst recht brüllend komisch.
Auch diese Komödie des amerikanischen Shooting-Stars Michael McKeever, dem „Neil Simon aus Florida“, lebt von den Zutaten einer typischen Screwball-Komödie: Türenschlagen, Missverständnisse, Verwechslungen, Situationskomik.
Nach eher tiefgründigen Stücken ist nun eines ohne „Message“ auf dem Spielplan: direkt vom Broadway an den Boulevard in Bad Säckingen gewechselt. Aber auch wenn man sich nur mal zurücklehnen und herzhaft lachen darf, ist es kein banaler Schenkelklopfer, sondern hat auch durchaus Elemente der Farce, ist witzig, leicht und elegant.
Die beiden Hauptdarstellerinnen sind die idealen Dramendamen für zwei so glamouröse Rivalinnen: Hilde Butz gibt die ständig Martini schlürfende Gesangsdiva (mit Schoßhündchen) melodramatisch als Egomanin mit Starallüren und coolen Sprüchen. Susanne Kanele als männer- und pagenverschlingender Vamp mit lippenstift rotem Mund und sexy Hüftschwung kann ihrer Erzfeindin ganz schön kontra geben. Hilfe, im Nobelhotel sind die Zicken los! Unter diesen beiden Promis aus dem Showbiz zu leiden haben nicht nur die beiden Privatsekretäre (Maria Kruse und der charmant mit französischem Akzent parlierende Thierry de Winter, der mit dem reinrassigen Moptail Gassi geht und in seiner Verzweiflung in die Arme des Direktors hüpft) und die hereinrauschende Society-Lady Mrs. Osgood (Rita Schnabel). Auch der völlig überforderte Hoteldirektor (Günther Kraus) und die beiden Hotelpagen (Detlef Bengs und Walter Schnabel), die ein bisschen schwer von Kapee sind, werden von den Ereignissen schier überrollt. Denn zu allem Überfluss wird auch noch die Klatschkolumnistin (Brigitte Weissbrodt in komischen Slapstick-Nummern) in den Schrank gesperrt und k.o. geschlagen.
Renate Kraus setzt in ihrer temporeichen Regie ganz auf diesen Spielwitz, die Verwechslungselemente und Überraschungsgags, inszeniert mit Timing für punktgenaue Pointen und den Running Gag Rosen-rein- Rosen-raus. Manches in dieser Tür-auf-Tür-zu-Komödie ist vorhersehbar, aber nicht der Schluss. Da lässt der Autor die Katze aus dem Sack und das muss man einfach selber erleben.
