Bad_SäckingenSpürnasen auf vier Pfoten [0]
Vermisste Personen finden, durch Bellen anzeigen ohne zu bedrängen, bis der Führer des Hundes erscheint, ist eine der wichtigen Aufgaben der Vierbeiner.
Suchen, Retten, Helfen - um diesem Anspruch im Notfall gerecht zu werden, investieren die Führer der Rettungshundestaffeln des Deutschen Roten Kreuzes Bad Säckingen und Lörrach viel Zeit in die Arbeit mit ihren Vierbeinern. Zweimal wöchentlich proben sie in ihren eigenen Reihen, zweimal monatlich trainieren sie gemeinsam. So jüngst auf dem Ponyhof von Daniela Salg in Wehr. Dass regelmäßiges Training wichtig ist, beweisen die zahlreichen Einsätze der beiden Staffeln, teils in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bundesrettungsstaffeln (BRH). Allein dieses Jahr waren es insgesamt 27 Alarmierungen für Herr und Hund, bei denen gut die Hälfte entlang des Hochrheins bis über Freiburg hinaus zum Einsatz kam. Der letzte Einsatz liegt knapp eine Woche zurück. Das Spektrum der Aufgaben für die Hunde, quer durch alle Rassen, ist breit gefächert. Unter anderem gelten die Sucheinsätze Kindern oder Senioren, die die Orientierung verloren haben, Schockopfern, die nach Unfällen ziellos umherirren oder Menschen, die Selbstmord gefährdet sind. "Die Zusammenarbeit von Mensch und Tier erfordert viel Vertrauen, um im Ernstfall anderen Menschen helfen zu können", betont Daniela Salg, die bei Einsätzen die Leitung für die Lörracher Hundestaffel übernimmt und für Kriseninterventionen zuständig ist. "Das gemeinsame Training unterstützt die gegenseitige Hilfe in der Ausbildung, fördert das Einüben von Kooperationsmaßnahmen in Einsätzen und stärkt das freundschaftliche Verhältnis untereinander", erklärt Hans Bracher, Hundeführer und Ausbilder der Bad Säckinger Staffel. Die Annahme der Probe in Wehr war, dass nach einem Verkehrsunfall eine unter Schock stehende unbekannte Anzahl Verunglückter vermisst werde. "Trotz erschwerter Anforderungen haben die Tiere die Situation hervorragend gemeistert und beste Arbeit geleistet", zeigt sich Bracher zufrieden. So galt es für die Hunde, eine vermisste Person auf einem Mistlader mit vielen Eigengerüchen aufzuspüren. Eine weitere Person war hinter, in einem von Dornengestrüpp umgebenen Areal, mit nur einem minimalen Eingang versteckt. Einen Vermissten galt es auf einem Baum zu erwittern. Auch war es für die "alten Hasen" unter den Rettungshunden kein Problem eine zusätzlich "versteckte" Person auf einem Dach oberhalb eines Schweinestalls zu entdecken, obwohl sich auch hier viele verschieden Gerüche vermischten. Die Ausbildung der Hunde und ihrer Führer dauert durchschnittlich zwei Jahre. Sie schließt mit einer Prüfung ab, die alle 18 Monate wiederholt werden muss. Maintrailhunde nehmen den Individualgeruch anhand von Gegenständen vermisster Personen auf. Flächensuchhunde suchen unangeleint selbstständig in großen Arealen. Trümmerhunde werden vornehmlich bei Gebäudezerstörungen eingesetzt. "Es wird stets in Zweigruppen gesucht", betont Danila Salg. Während sich der Hundeführer auf sein Tier konzentriert, unterstützt der Helfer und leistet Karten- oder Kompassarbeit." Interessierte Rettungshundeführer oder Helfer sind bei beiden Staffeln willkommen. |

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