Bad Säckingen Sparkommission steckt fest
Das Jugendhaus Bad Säckingen – Zankapfel bei der Frage nach der künftigen Jugendarbeit der Stadt. Bild: Bild: Archiv
„Nach der sechsten Sitzung der Kommission haben wir in keinem einzigen Bereich Strukturen verändert – nicht mal ansatzweise“, machte sich Bürgermeister Martin Weissbrodt Luft. Nennenswerte Einsparungen gebe es nur dort, wo er alleine entscheiden könne, nämlich beim Technischen Dienst. Zur Arbeit der Sparkommissare sagte er: „Die einen wollen die Vereinszuschüsse erhalten, die anderen die Ortsverwaltungen, wieder andere die Stadtbücherei oder das Jugendhaus.“ So komme die Kommission nicht vorwärts, sagte Weissbrodt. „Dann müssen wir halt nächstes Jahr die Grundsteuer auf 800 Prozent erhöhen“, stellte er unter dem Raunen der Zuhörer provokativ in Aussicht.
Die Diskussion zum Thema Jugend hatte sich ergeben, nachdem Stadtjugendpfleger Peter Knorre sein Konzept zur Jugendarbeit vorgestellt hatte. Dieses Konzept hatten die Sparkommissare Anfang Jahr bei ihm in Auftrag gegeben. Hintergrund: Veränderte Strukturen, die auch Einsparungen bringen. Etliche Kommissionsmitglieder hatten denn auch mit dem vorgelegten Papier ihr Problem. Denn zwei von drei darin enthaltenen Varianten (siehe unten) gehen von gleichbleibenden oder steigenden Kosten für die Jugendarbeit aus. Allein die dritte Variante C brächte eine Einsparung. Zuvor hatte auch die Kreisjugendreferentin Patrizia Vollmer-Freda vom Landratsamt die Wichtigkeit von Jugendarbeit verdeutlich.
Gerade weil vom Gemeinderat schon der Willen geäußert wurde, dass Jugendarbeit auch auf der Straße und an Brennpunkten stattfinden müsse, blieb die Frage, die CDU-Fraktionschef Michael Maier so formulierte: „Welche Räume brauchen wir?“ Zuvor hatte Fraktionskollegin Maritta Vögtle den hohen Grad an administrativer Tätigkeit des Stadtjugendpflegers kritisiert. Es dürfe nicht sein, dass für Verwaltung und Gremienarbeit soviel Zeit vertan werde. Christine Friedlmeier hielt der CDU entgegen, dass Jugendarbeit gerade im Jugendhaus immer wichtiger werde. Auch Hidir Gürakar (SPD) betonte den präventiven Charakter der Jugendarbeit. Silvia Haueisen (Grüne) schlug vor, konkreter Ziele für die Jugendarbeit zu definieren.
Letztlich war aber in der Diskussion keine Tendenz zu erkennen, wohin die Reise in punkto Jugendhaus geht.
