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Bad Säckingen Schulessen: Preisdruck als Problem

13.10.2012
Bad Säckingen -  Auch lokale Versorger von Schulmensen können keine 100-prozentige Sicherheit garantieren.Und die Verwendung regionaler Produkte kostet

Anstehen für das Essen in der Mensa der Bad Säckinger Hans-Thoma-Schule (v.l.): Selin Chiardia, Florian Borho, Sara Sabatasso und Giada D'Alcamo.  Bild: Weiß

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Novo-Viren im Nachtisch – tausende Kinder und Jugendliche erkrankten vergangene Woche in Nordostdeutschland an einer Magen- und Darmerkrankung. Könnte das auch in Bad Säckingen passieren? Wir haben uns bei OM Catering, bei der Küche der Reha-Klinik und an der Hans-Thoma Schule Bad Säckingen umgehört, welche Maßnahmen getroffen werden, um Probleme wie in Nordostdeutschland zu vermeiden. Das Ergebnis fiel positiv aus. Zwar ist es nicht möglich, Nahrungsmittel zu 100 Prozent sicher zu machen, aber am Hochrhein wird Sicherheit groß geschrieben.

Roland Zimmermann, Küchenleiter des Reha-Klinikums Bad Säckingen und ausgebildeter Diätkoch, beliefert auch die Hans-Thoma-Werkrealschule. Schulleiter Michael Maier ist mit seinem Caterer zufrieden, da die Schüler qualitativ hochwertig und ausgewogen verköstigt werden. Der Schulleiter sieht seine Schule auf dem richtigen Weg. „Vom Pausenverkauf über das Schülercafé bis zum Mittagessen, überall wird auf Lebensmittelsicherheit und die Qualität geachtet“, sagt Maier. Da knapp die Hälfte der 270 Schüler seiner Schule das Angebot nutzt, sei die Kapazitätsgrenze der Mensa erreicht. Deshalb bietet die Schule im Schülercafé Snacks für die anderen Kinder an.

Das Essen an der Hans-Thoma-Schule ist zudem noch recht günstig: Vier Monate kosten zwischen 40 und 45 Euro, abhängig davon, ob die Schüler auch am Freitag essen möchten. Um die Essensausgabe und die Infrastruktur so sicher wie möglich zu machen, hat Rektor Maier Experten vom Wirtschaftskontrolldienst angefordert, um die Hygienebedingungen vor Ort zu überprüfen. Das Ergebnis fiel positiv aus.

Täglich kommt das Essen aus der Klinik-Küche von Zimmermann in der Schulmensa an. Der Küchenchef, der für seine Diätküche mehrfach prämiert wurde, verwendet keine Produkte aus China und achtet beim Einkauf darauf, regionale und qualitativ hochwertige Zutaten zu erwerben. Allerdings sei 100-prozentige Sicherheit nie zu gewährleisten, räumt Zimmermann ein. Auch der für die Magen- und Darmerkrankungen verantwortliche Sodexo-Caterer habe alle Hygienestandards eingehalten und den Skandal trotzdem nicht verhindern können.

Das Problem sieht Zimmermann auch weniger bei der Hygiene, sondern beim Preisdruck. Der führe letztlich oft zur Verwendung minderwertiger Lebensmittel. „Für zwei Euro kann man nicht gesund, sicher und hochwertig kochen. Das ist einfach nicht möglich“, sagt er. Ein ausgewogenes Essen für Kinder und Jugendliche sei nicht unter vier Euro kalkulierbar, so Zimmermann. Olaf Masur, Inhaber von OM Catering, stimmt dem zu. Er hält mittlerweise Preise bis 4,50 Euro für gerechtfertigt. Außerdem setzt er auf regionale Lieferanten. Er bezieht beispielsweise das Fleisch lokal von Kaisers Wurststube in Segeten. Seine Tiefkühlerdbeeren kämen aus Polen, berichtet er, und würden nicht mit Gülle gedüngt. Masur sieht das Thema Sicherheit wie Zimmermann: Trotz Vorkehrungen könne einmal etwas schief gehen. Masur drückt es so aus: „Ich bin Koch, kein Chemiker. Ich kann die Produkte nicht selbst überprüfen. Alles was ich tun kann, ist, meine Lieferanten sorgfältig auszuwählen.“

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