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Bad Säckingen SV Obersäckingen freut sich über Spenden für Integrationsarbeit

Integration durch den Sport. Jude Nwokolo spielt in der ersten Mannschaft des SV Obersäckingen. Im Verein ziehen alle an einem Strang um den Nigerianer zu integrieren.

Wie sollen die vielen Flüchtlinge integriert werden? Eine Lösung kann der Sport bieten. Am Samstag erhielt der SV Obersäckingen (OSV) zwei Spenden für seine Integrationsarbeit. Fußball kennt jeder und versteht jeder, auch wenn es mit der Sprache noch hapert, darin sind sich die Verantwortlichen beim OSV einig. Das Beispiel von Jude Nwokolo zeigt, dass diese These offenbar nicht ganz falsch sein kann.

Als Flüchtling kam Nwokolo aus Nigeria nach Bad Säckingen, wo er im Containerdorf lebt. Sein Vater wurde in seiner Heimat getötet, das Land ist von ständigen Auseinandersetzungen rivalisierender Clans und Milizen zerrissen. So nahm Jude Nwokolo die Strapazen der Flucht auf sich und kam nach Deutschland. Durch Zufall entstand der Kontakt zum OSV, wo der junge Mann seit Beginn dieser Saison in der ersten Mannschaft in der Kreisliga spielt. Fußballschuhe oder Trainingskleidung besaß er nicht, seine Mannschaftskollegen spendierten ihm die notwendige Ausrüstung.

Im Verein ziehen alle an einem Strang

Inzwischen ist der Asylantrag von Nwokolo durch, er macht einen Deutschkurs und sogar eine Arbeit konnte ihm durch den OSV vermittelt werden, wie Thomas Fischer, Geschäftsführer des Vereins, erzählt. „So arbeitet Jude Nwokolo 36 Stunden in der Woche, hat zweimal pro Woche Deutschunterricht und zweimal pro Woche Training. Schon jetzt fühlt er sich offenbar angekommen, sein Deutsch ist seit dem Sommer schon deutlich besser geworden. Natürlich ist man im Verein stolz darauf, dass alle an einem Strang ziehen, um Nwokolo das Gefühl zu geben, eine neue Heimat gefunden zu haben. Christopher Onyeka, ebenfalls Flüchtling aus Nigeria, hat inzwischen auch Kontakt zum OSV. Er könnte der nächste Spieler aus Afrika werden, der in Obersäckingen die Fußballschuhe schnürt, wenn auch sein Asylantrag bewilligt wird.

„Wir wollen gar nicht als die Gutmenschen oder der Vorzeigeverein dastehen, aber wir wollen zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, die Menschen zu integrieren und damit auch anderen Mut machen“, erzählt der Geschäftsführer. Und natürlich gebe es auch schon viele andere, die sich um die Integration bemühen. Und besonders im Sport gebe es viele Vereine, die auch die Chance der Integration erkannt hätten.

Viele Vereine um Integration bemüht

Eine Aussage, die sich leicht belegen lässt. Im Bezirk Hochrhein ist der OSV schon der vierte Verein, der am Samstag eine Spende über 500 Euro der Egidius-Braun-Stiftung des DFB für seine Integrationsarbeit erhielt. Der Bezirksvorsitzende Uwe Sütterlin kam am Samstag nach Obersäckingen, im Gepäck einen Scheck und außerdem 60 komplette Trikotsätze des DFB. Damit will der Verein eine Gruppe von Flüchtlingen einkleiden, die sich ab März regelmäßig auf dem Trainingsgelände in Obersäckingen treffen soll. „Sie müssen gar nicht unbedingt alle für den OSV Fußball spielen, aber sie sollen Strukturen in ihren Lebensablauf und Kontakt bekommen“, erklärt Fischer den Gedanken hinter dem Projekt. Durch Kontakte ergäben sich viele Möglichkeiten, wie das Beispiel von Jude Nwokolo zeige. Und diese Möglichkeiten führten dann zu einer gelungenen Integration.

Weitere 500 Euro brachte Altbürgermeister Günther Nufer am Samstag mit. Die kommen von der Erwin-Himmelseher-Stiftung, die sich auch die Förderung junger Leute im Sport zum Ziel gesetzt hat. Die insgesamt 1000 Euro, die der OSV nun für seine Integrationsarbeit erhielt, sollen für das Projekt verwendet werden, das im Frühjahr startet.

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