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Wehr Retter stehen im Rampenlicht

Von anderen kann man viel lernen, diesen Grundsatz beherzigt die Feuerwehr seit vielen Jahren und veranstaltet deshalb regelmäßig ihre Kreisfeuerwehrtage. Der Verbandsvorsitzende Manfred Rotzinger konnte am Samstagvormittag in der Wehrer Stadthalle rund 150 Kameraden aus dem ganzen Landkreis begrüßen.

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Wehrs Abteilungskommandant Friedemann Kikillus, der Feuerwehr-Stadtkommandant Klaus Felber und der Verbandsvorsitzende Manfred Rotzinger (von rechts) vor einem der ausgestellten Fahrzeuge. | Bild: Gottstein

Wehr - Da auch Fehler äußerst lehrreich sind, war als Referent der stellvertretende Feuerwehrkommandant Ingo Horn aus Hessen eingeladen, der Mitglied im "Team Atemschutzunfälle" ist und entsprechende unerfreuliche Vorkommnisse in ganz Europa analysiert.

Bürgermeister-Stellvertreter Paul Erhart überbrachte die Grüße der Stadt und des Rathauschefs Michael Thater. Er lobte das Engagement der Kameraden und die Jugendarbeit der Feuerwehrabteilungen Wehr und Öflingen, die zurzeit 35 junge Wehrleute ausbilden und sich über die Nachwuchssorgen, die mancher anderen Feuerwehr zu schaffen machen, nicht beklagen können. Der Stellenwert, den die Feuerwehr in der Stadt genieße, zeige sich darin, dass Wehr im vergangenen Jahr in das neue Löschfahrzeug 400000 Euro investiert habe, so Paul Erhart: "Dies war die größte Einzelinvestition im Haushalt 2006."

Die Grüße des Landrates Tilman Bollacher überbrachte Manfred Maier. Er teilte mit, dass erste Gespräche erfolgreich geführt worden seien, um im Einvernehmen mit dem Kreisfeuerwehrverband Nachfolger für die beiden stellvertretenden Kreisbrandmeister Christof Breuer und Erich Strittmatter zu finden. Der Leiter der Polizeidirektion Waldshut, Klaus Danner, dankte den Wehrleuten für die gute Zusammenarbeit zwischen Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, DRK und Technischem Hilfswerk, deren Vertreter ebenfalls anwesend waren.

Der Referent Ingo Horn berichtete, dass es während der vergangenen zehn Jahre bei Atemschutzunfällen mindestens 62 Tote und 377 in Europa gegeben habe, davon 19 Tote und 210 Verletzte in Deutschland. Die wahre Zahl dürfte noch höher liegen, denn die Statistik verzeichnet nur diejenigen Unfälle, die der Organisation "Atemschutzunfälle" mitgeteilt worden waren. Als Ursachen nannte der Referent unter anderem körperliche Probleme, fehlende oder falsche Ausrüstung, technische Probleme und taktische Fehler. Die Feuerwehren werden zunehmend damit konfrontiert, dass sich die Menschen im Beruf immer weniger bewegten. Daher müssen sie durch spezielle Trainingsmaßnahmen gegensteuern: "Wir bekommen von der Gesellschaft nicht mehr automatisch fitte Feuerwehrleute, sondern müssen sie oft erst ausbilden und dann der Gesellschaft zurückgeben", so Ingo Horn. Unerlässlich seien daher regelmäßige Belastungsproben und Kreislaufuntersuchung. Auch die Brandtheorie genieße in der Ausbildung einen zu geringen Stellenwert. Während die Wehren in Schweden ihre Nachwuchskräfte 18 Stunden lang in Brandentstehung, -ursache, und -verlauf schulen, sind nach den Richtlinien des Landes Baden-Württemberg gerade einmal 90 Minuten für diese Lerneinheit vorgesehen. Eine Kritik, die auch Manfred Rotzinger teilt: "Diese Richtlinien müssten in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren überdacht werden". Um die Zahl von Atemschutzunfällen so gering wie möglich zu halten, forderte der Referent einheitliche Unfallanalysen von unabhängigen Gutachtern. Er appellierte an die Eigenverantwortung der Wehrleute: "Jeder soll sich fragen: Entspricht meine Ausbildung den Anforderungen?" Im Anschluss konnten die Besucher die ausgestellten Fahrzeuge rund um die Stadthalle besichtigen.

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