Drei verletzte Polizisten und sieben jugendliche Randalierer in Gewahrsam mit der Aussicht auf Strafverfahren – so lautet die Bilanz eines Einsatzes am frühen Samstagmorgen. Wie die Bad Säckinger Polizei auf Nachfrage dieser Zeitung erklärte, passe dieser Vorfall zu den Erfahrungen, die die Polizei in den vergangenen Wochen während der Fußball-EM gemacht habe: „Es kam immer wieder zu massiven Provokationen und Übergriffen, besonders nach der Niederlage Deutschlands gegen Italien.“ Eine Eskalation hätte vielfach nur mit erhöhtem Personaleinsatz der Polizei verhindert werden können.
Die Auseinandersetzung am Samstagmorgen hatte gegen 1.15 Uhr mit einer Meldung begonnen, dass sich auf dem Platz vor der Sparkasse in der Innenstadt eine lautstarke Gruppe von rund 20 Jugendlichen versammelt hatte. „Als die ersten Beamten vor Ort ankamen, wurden sie sofort angepöbelt“, heißt es von der Bad Säckinger Polizei. Die Stimmung sei äußerst feindselig gewesen. Ein junger Mann habe sogar vor den Augen der Polizeistreife eine Scheibe bei der Sparkasse eingeschlagen.
Als dieser festgenommen wurde, gingen mehrere Umstehende auf die Polizei los. Nur durch Einsatz von Pfefferspray, Schlagstock und eines Polizeihundes konnte die Situation zunächst beruhigt werden, heißt es im Polizeibericht. Auf Nachfrage erklärt die Polizei außerdem: „Zwischenzeitlich wuchs die Personengruppe auf etwa 80 Mann an.“ Weitere Polizeikräfte von den umliegenden Revieren wurden als Verstärkung angefordert. Insgesamt waren zehn Polizeibeamte vor der Sparkasse im Einsatz
Als aus der Gruppe heraus Flaschen geworfen wurden, räumten die Polizisten das Areal. Sieben Randalierer wurden in Gewahrsam genommen. Sie müssen mit Anzeigen, unter anderem wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung und Körperverletzung rechnen, heißt es von der Polizei. Drei Polizeibeamte wurden bei den Festnahmen verletzt. „Sie wurden geschlagen und getreten“, so die Polizei auf Nachfrage. Die Verletzungen seien aber nicht allzu gravierend.
Alles in allem hat es rund anderthalb Stunden gedauert, bis in der Innenstadt wieder Ruhe herrschte. Es seien zahlreiche Platzverweise ausgesprochen worden. Obwohl der Vorfall nicht in direktem Zusammenhang mit dem Brückenfest gestanden habe, wie die Polizei betont, wurde als Reaktion die Streifenstärke rund um die Festmeile am Samstagabend erhöht. Besondere Vorkommnisse habe es jedoch in der Nacht auf Sonntag nicht gegeben.
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